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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2012-02-03T09:03:29Z</published>
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        <title type="html">Alzheimer mit Assauer</title>
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                <p></p><p>Kaum eine Nachrichtensendung, kaum ein Magazin ohne Assauers Alzheimer. Ich frage mich, ob wirklich so öffentlich gelebt werden muss? <br />Es soll viel Zustimmung von betroffenen Familien geben in der Art: endlich wird über diese Krankheit gesprochen! Wirklich endlich? Und: was hilft es diesen Familien? Es gibt so viele Kurse und Gesprächskreise, in denen man angeblich lernt, mit dieser Krankheit zu leben, mit betroffenen Angehörigen umzugehen. Und dann?</p><p>Dann ist man allein! Vor dem Fernseher: was siehst du da? - Monk! - Das ist nicht Monk, das ist irgendein Spielfilm. - Das ist Monk!!! - Nein, schau doch mal hier in der Fernsehzeitschrift: kein Monk, sondern der Film XY. - Tatsächlich. Aber guck mal, der Monk wird nicht mehr von einer Frau begleitet und hat auch seine Sauberkeitsmacke nicht mehr. - Du, das ist nicht Monk, sondern ein Spielfilm. - Ach ja, hast du ja recht. Steht ja auch in der Zeitung.<br />Ah ja, sie hat es verstanden. Bis zu dem Satz 3 Minuten später: guck mal, da ist Monk ...</p><p>Oder man wird morgens um 6 geweckt: Mami, irgendwas ist im Bad. Ja, sie liegt halb angezogen in der Badewanne, die Beine hängen über den Rand. Was machst du da? - Ich habe gebadet! - Das kann nicht sein, deine Bluse ist ja ganz trocken! - Irgendjemand hat mich in die Badewanne gesteckt!!! - Das kann erst recht nicht sein, weil wir ja geschlafen haben. Aber ist im Moment egal, komm raus. <br />Aber das geht nicht. Sie schafft es nicht. Allein bekomme ich sie auch nicht raus. Erst mit vereinten Kräften hieven wir sie aus der Wanne, ziehen sie ganz aus und bringen sie ins Bett. Gegen 11 Uhr kommt sie: warum habt ihr mich heute Nacht geschlagen? Mein Rücken tut so weh! - Wir haben dich nicht geschlagen. Du warst aus irgendeinem Grund halbangezogen in der Badewanne! - Nein, das stimmt nicht. Ihr habt mich geschlagen, sonst hätte ich nicht diese Schmerzen ...</p><p>Zwei kleine Beispiele aus meinem täglichen Leben mit einer Mutter, der vor 4 Wochen eine Neurologe bescheinigt hat, dass sie absolut normal sei und kein Alzheimer habe und auch nicht dement sei. Nach einem 5-Minuten-.Gespräch. Was sagen die Beratungsstellen dazu? Gehen sie unbedingt zu einem anderen Neurologen! Ach ja. Aber der erste hat hammerharte Medikamente verschrieben gehabt - auch nach einem 5-Minuten-Gespräch, drum waren wir ja jetzt bei einem anderen! Auch weil sie starke Magenbeschwerden von den Pillen bekommen hat und kaum noch geradeaus laufen konnte ... Tja, dann müssen sie noch zu einem anderen Arzt! - Klar, Neurologen gibt es ja wie Sand am Meer!</p><p>Nein! Ich will nicht mit dem sicher traurigen Schicksal des Herrn Assauer täglich konfrontiert werden! Für mich ist es pure Geschäftemacherei und es klingelt seine Kasse kräftig. Vielleicht stiftet er ja die Einnahmen der Alzheimer-Forschung? Dann hätte es wenigstens einen akzeptablen Hintergrund, dass hier wieder ein Prominenter sein Leben ausbreitet! Wobei es sicher viel schwerer ist, mit dieser Krankheit (wie mit jeder anderen auch!) ohne gut gepolstertes Bankkonto zu leben. Was die Masse der Erkrankten tun muss ...</p><p></p><br />
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2012-02-02T11:53:45Z</published>
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        <title type="html">Geschmackssache ....</title>
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                <p></p><p>Frau Buntschuh stand mal wieder zweifelnd vor dem Obst- und Gemüseangebot ihres Discounters. Lebensmittelgeschäfte gab es schon lange nicht mehr in ihrer kleinen Stadt und schon gar keine extra Fachgeschäfte für Obst und Gemüse oder für Fisch oder sogar für Feinkost. Sie seufzte und gedachte eine lange Minute der längst vergangenen Zeiten, in denen sie zum Abendessen mal den leckeren Krabbensalat - vom Herrn Feinkost höchstpersönlich angerichtet und abgeschmeckt - oder das köstliche hausgeräucherte Forellenfilet der Familie de la Fisch auf den Tisch stellen konnte. Sie leckte sich die Lippen, meinte sie doch tatsächlich, sie würde das noch warme Krustenbrot aus der alten Backstube schmecken, auf dem gerade die leicht gesalzene Butter aus der Milchmann-Werkstatt leicht zerlief ... und darauf in dünnen Scheiben eine dunkelrote Tomate!</p><p>Nun aber stand sie genau vor diesen Tomaten und quälte sich. Cocktailtomaten, Rispentomaten, Flaschentomaten, Partytomaten, Cherrytomaten - die Artenvielfalt füllte die Hälfte der Theke. Theke? Frau Buntschuh überlegte. Dieser feine Sprühnebel, der sich da über das Obst und Gemüse verteilte, ob der wirklich so optimal war? Weiß der Geier, was da alles drin war. Irgendwie war sie sich sicher, dass das pure Augenwischerei war und ihr nur vorgaukeln sollte, dass die Ware absolut frisch sei. Feuchte Äpfel schrumpeln schließlich nicht und feuchte Tomaten faulen eher als trockene. So war sie also wieder bei ihrem Hauptproblem gelandet. Welche dieser roten Dinger sollten denn nun heute Abend den vom geliebten Gatten so heiß gewünschten Salat ergeben??? Ihr fiel ein, dass sie letztens im Fernsehen gesehen hatte, dass im hügellosen Nachbarland die Paradiesfrüchte ganz ohne Erde gezogen wurden. Nee, das kam ihr spanisch vor, dass ihr das schmecken würde und sie entschied, dass alle Tomaten aus eben diesem Land fein im Regal bleiben könnten. Blieben nur noch Rispentomaten aus Spanien übrig. Also - aaaber der Preis. Fast hätte Frau Buntschuh sich mitten im Laden hingesetzt. Aber dazu war ihr der Fußboden nicht sauber genug (Herr Feinkost wäre da schon drei Mal mit dem Schrubber durch!).</p><p>Frau Buntschuh ging bekümmert durch den Laden und entschied sich gegen Tomaten und für einen Obstsalat aus der Tiefkühltheke und - tja, sollte doch ihr Mann gucken, wie er damit zurecht kam.</p><p>Herr Buntschuh kam recht abgekämpft von der Arbeit heim und setzte sich erwartungsfroh an den Tisch, sah den Obstsalat und meinte schon recht mißmutig, ob er denn zwei Salate an einem Abend essen solle. Doch Frau Buntschuh strahlte ihn an und meinte, dass er den gewünschten Tomatensalat ganz sicher im Juni essen könne. Er müsse nur noch die Voraussetzungen schaffen und ein paar Kleinigkeiten besorgen für den Balkon - dazu legte sie ihm 2 Tütchen Tomatensamen, Sorte AusGroßmuttersGarten ...</p><p><font color="#66cc00"><b>Andere pflanzen, was ich essen soll. Ich pflanze, was andere essen mögen ...</b> </font><font color="#000000">persisches Sprichwort</font></p><p><b><font color="#000000"></font></b></p><p></p><p></p><br />
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        <published>2012-01-26T18:38:23Z</published>
        <updated>2012-01-26T18:38:23Z</updated>
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        <title type="html">Aufschreiben?</title>
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                <p></p><p>Mag so mancher ältere Mensch nicht mal denken: Was ich alles erlebt habe, getan habe und auch nicht getan habe ... wird es alles irgendwann vergessen sein? Die Antwort ist ganz klar: Ja !!! Da beißt das Mäuschen das Fädchen nicht ab. Ich finde das sehr schade, meine jedoch zu wissen, dass so mancher eine Scheu entwickelt hat, sich zu sehr zu erinnern. Ich schließe das ganz einfach mal aus den eigenen Erfahrungen mit meiner Mutter. Wie oft schon habe ich gebeten: setz dich doch mal hin und beschrifte die alten Photos mit den Namen - ja, klar, wird sie machen, so in ein- oder zweihundert Jahren. Ach nee, in dreihundert. Weil die ein- und zweihundert Jahre schon belegt sind durch das Schreibheft in der Schublade, in das sie ihre Erinnerungen nicht notiert.</p><p>Meine Großmutter hat immerhin zwei Hefte voller mehr unschöner Erinnerungen an die Tage des 2. Weltkrieges hinterlassen. Aber auch da fehlt zuviel. Weil wir es zu spät lesen durften und nicht mehr nachfragen konnten ...</p><p>Dabei sollten wir nicht unterschätzen, dass unsere Kinder und wohl mehr noch die Enkelkinder doch sehr interessiert sind an ihren Wurzeln, an den Leben der Generationen vor ihnen. Oft scheuen sie jedoch - Entschuldigung, wenn ich da mal wieder meine Erfahrungen mit meiner Tochter verallgemeinere ... - zu fragen. Da möchte sie wissen wie es so damals war mit Omi und Großpapa, gern auch etwas detaillierter bitteschön! Doch ebenso bitteschön nicht wieder das Beiwerk von den Nachkriegstagen zurück zu den Kriegstagen und so weiter. Sie möchte halt einfach wissen, wie irgendeine bestimmte Sache war und möchte nicht zum 100mal hören, was ihre Omi anscheinend so gern erzählt.</p><p>Irgendwie hat mich das jetzt auf die Idee gebracht, anzubieten: ich schreibe für Sie Ihre Lebenserinnerungen auf - damit Ihre Kinder und Enkelkinder Sie endlich kennen lernen!</p><p>Einige Treffen zum Erzählen lassen, zum Nachfragen - dann Schreiben, Lesen lassen, Weiterschreiben ...</p><p>Wäre das was? Falls das hier jemand lesen sollte - ich wäre sehr an Eurer Meinung interessiert!</p><p></p><br />
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2012-01-22T11:54:20Z</published>
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        <title type="html">Von Karneval und anderen lustigen Sachen</title>
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                <p></p><p>Hier im Rheinland ist es wieder lustig (haha ...). Die fünfte Session steuert auf ihren Höhepunkt zu. Natürlich gibt es nun jedes Wochenende Sitzungen und Gala-Sitzungen und sonstige lustige Veranstaltungen. Dass sie bierernst genommen werden, habe ich gestern Abend wieder sehen können. Ich hatte Fahrdienst, da ich mich als Norddeutsche mit diesem speziellen rheinischen Frohsinn ohnehin etwas schwer tue. Und weil ich mich bereits in den letzten beiden Jahren nicht so wirklich amüsiert hatte, verzichtete ich auf die traditionelle Eintrittskarte zur Gala-Damensitzung des Traditionsvereins - wohin es natürlich meine Familie zog. Da mein Anni-fast-erwachsen-Kind eigentlich nur den Einmarsch erleben wollte und für den restlichen Abend andere Pläne hatte (zumal sie selbst nicht in eben diesem Traditionsverein Mitglied ist, weil das weibliche Wesen nicht sein dürfen und die dortigen Tanzgruppen nicht so wirklich ihren Vorstellungen von Tanzgruppen entsprechen ...), teilte sie die Karte mit ihrer Großmutter. Ich fuhr also meine Mutter gegen 20:30 Uhr zur Festhalle und hatte dort Probleme. Ich konnte nicht wenden - ein Fahrzeug kurz hinter mir fuhr in Millimeter-Geschwindigkeit die Straße entlang! Aber irgendwann hatte es doch die Einfahrt passiert, aus der ich wieder heraus wollte. Im Rückspiegel sah ich dann, dass auch dieses Auto mit einem langen Manöver die Fahrtrichtung wechselte - um dann irgendwann hinter mir - vor einer Garageneinfahrt parkte ...<br />Der Uniformierte, der ausstieg, geriet ins Stolpern. Dachte ich. Dann sah ich, dass das wohl momentan die einzige Gangart war, zu der er noch fähig war. Schlurfend und schwankend zog es ihn zum Eingang, wo seine roten Karnevalsfreunde ihn bereits erwarteten. Nur - sie waren alle mit dem Vereinsbus gekommen ...</p><p>In dem Moment fand der Wechsel auf meinem Beifahrersitz statt. Und es ergoss sich eine Tirade der übelsten Beschwerden über die humorigen und karnevalistischen Besucher der Sitzung über mich. Plätze werden an einem bestimmten Tisch nicht reserviert - nur der Tisch für jeweils 24 Personen ist fest geschrieben. Nun saßen wohl an dem meinen Damen zugewiesenen Tisch zwei Gruppen mit jeweils 10 Personen und ein Fotograf mit seiner Kameratasche, so dass 22 Plätze belegt waren. Die 2 freien Plätze befanden sich an den beiden Tischenden ... Der Bitte, doch so aufzurücken, dass nun 2 nebeneinander stehende Stühle hätten besetzt werden können, wurde trotz des Einsatzes des dafür zuständigen Herrn aus der Vereinsleitung nicht entsprochen - weil man ja wohl an so einem Abend nicht unbedingt zusammen sitzen müsse ... Bitte? Muss ich das verstehen? Muss das Irgendwer verstehen? Wahrscheinlich nur die, die über genügend rheinischen und karnevalistischen Humor können nachvollziehen, weshalb 2 Personen nicht zusammen sitzen dürfen, dafür aber 2 10er-Gruppen auf ihren Stühlen festpappen und eine Kameratasche einen Extra-Stuhl braucht ...</p><p>Eigentlich ist das alles auch kein Ding, über das frau sich aufregen kann. Weil es ganz einfach nur ihre Meinung festigt, dass besonders in diesem rheinischen stadtähnlichen Gebilde der Egoismus par excellence regiert und nur bestimmte Personen aus Familien, deren Mitglieder schon zu Zeiten der Neandertaler hier wohl gelebt haben müssen, sagen, wo es lang geht. Oder lang zu gehen hat ... Was bleibt, ist ein Anflug von Fremdschämen für Familie Meisenknödel und Co! Und halt die Erkenntnis:</p><p><i style="color: rgb(204, 0, 0); ">Um Humor zu besitzen, muss man Geist haben ... </i><font color="#000000">(aus den Fliegenden Blättern)</font></p><p><font color="#000000"></font></p><p></p><br />
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                <p></p><p>Da habe ich lange überlegt, ob man einen amtierenden Präsidenten mit einem Tier vergleichen darf. Doch, Wolfmenschen sind honorige Leute. Denken wir an Tarzan (jaaa, der mit dem Affen und der blonden Jane ...) oder an Romulus und Remus - als Begründer Roms zwar von unbekannten, aber wohl nicht schlechten Eltern. Den letzten Ausschlag gab jedoch die große und weite Welt der Märchen, in denen Meister Isegrim seine Unwesen in unterschiedlichster Form treibt - ob als böser oder als listiger Wolf, der stets seinem Bauchgefühl gehorcht ..... aaaaaaaaaaaahhhh, da scheint doch die Gemeinsamkeit zu liegen! Höre auf deinen Bauch, handele danach und beklag dich nicht, wo du dann landest!<br />Stellen wir uns also Meister Isegrim in einem Fernsehinterview vor. Unangenehme Fragen wie etwa: wer hat besser geschmeckt: die Großmutter oder das Rotkäppchen? - ja, sie stellen unseren 4beinigen Freund nicht so vor das große Problem wie die Frage: war denn dein Rachen und dein Schlund wirklich soooo groß, dass du sie mit einem Happs runterschlingen konntest? </p><p>Och nein, würde er wahrscheinlich antworten, ich habe zu meinem eigenen Vergnügen so große Bedürfnisse, dass ich mit entsprechendem Training noch viel mehr mit einem Happs runter bekommen könnte. Und keiner von euch würde es merken, wären da nicht die gierigen Jäger, die mir den Bauch aufschneiden und in mir und meinem Leben rumwühlen würden! Neben Rotkäppchen und der Großmutter haben sie denn ja so manchen Kuchen und so manche Praline und auch so manchen Wein gefunden. Aber damit sie mit dem blödsinnigen Aufschneiden aufhören, werde ich mal alles aufschreiben und die Zettel an jeden Baum im Wald nageln, damit jeder es lesen kann!</p><p>So weit, so schlecht! Denn: hätte unser Wulf(s)mensch es aufgeschreiben im modernen Wald inet, vielleicht wäre dann Ruhe? Die Antworten im Interview nach dem Dem-Bauch-gehorchend-Motto haben es eigentlich verlangt. Aber so wird weiter geschnitten und lächerliche Upgrades auf Flüge und Hotelzimmer erlangen einen Stellenwert, der ihnen in keinster Weise gebührt. Auch so manch andere List wäre weniger schlimm gewesen, wäre sie geschickter verkauft worden. Doch so haben wir das alte Wort vom Wasser statt Wein predigen - und vom selber Champagner trinken!</p><p>Meister Isegrim hatte gelernt und sich öffnen lassen, Großmutter und Rotkäppchen der Welt geschenkt, sich selber mit Backsteinen begnügt und war davon geschlichen aus dem Wald. Ob auch unser Wulf(f)smensch lernt und der Welt - oder zumindest doch unserem Land - schenkt, dass Märchen immer ein gutes Ende nehmen müssen und er sich mit nicht zu knapper Pension statt bröckliger Backsteine davon schleicht - vielleicht in eine kleine Wirtschaftsposition mit großem Geld? Vielleicht ist ja im Bunga-Bunga-Land noch Platz - da hat ein menschlicher Isegrim doch schon ganz andere Sachen überlebt ...</p><p>Ansonsten? Ah ja: </p><p><font color="#009900"><i>Schlecht weht der Wind, der keinen Vorteil bringt. </i><font color="#000000">(Shakespear)</font></font></p><p><font color="#009900"><font color="#000000"></font></font></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><br />
  
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                Auf welches Neue? Es ist viel passiert - also fangen wir beim nie endenden Thema <a href="http://www.charite.de/ch/neuro/klinik/patienten/ag_bewegungsstoerungen/index/info/Morbus_Wilson/Morbus_Wilson.htm"><b>Morbus Wilson</b></a><p> an. Am 3. November 2011 war der heiß ersehnte Termin an der Uni-Klinik in Bonn. Dort kennen die Ärzte die Krankheit, dort haben sie - anders als in Aachen - weitere Patienten. Zudem wurde Anfang 2011 in <a href="http://humangenetics.uni-bonn.de/index_ger.html">Bonn ein Institut für seltene Krankheiten</a> gegründet. Und - last but not least - : Bonn ist der Wunsch-Studienort meiner Tochter. Und: Bonn liegt - anders als Heidelberg - schon fast vor unserer derzeitigen Haustür!</p><p>Der 3, November 2011 hat in ungeahnter Weise meine Psyche an den Rand der Verzweiflung gebracht. Eine einzige Frage: Sind Sie sicher, dass Ihre Tochter Morbus Wilson hat?</p><p>Ja, was sollte ich darauf antworten??? Die Aachener Arztberichte hatte ich mitgenommen und der gute Bonner Doktor meinte, dass sie für ihn nicht aussagekräftig genug wären ... Ja, aaaber was sollte ich dem hinzufügen? Dass ich den Ärzten wieder angefangen hatte, zu vertrauen? Ich sagte ihm, dass ich mit dieser Frage überfordert sei! Und habe fortan die Welt an mir vorbeirauschen lassen und - so gut es ging - ihm und Anni zugehört. Mehr faszinierte mich in dem Moment, wie dieser Arzt alles in unglaublicher Geschwindigkeit in seinen PC eintippte. Dann ab ins Labor - ein Weg in den Keller. Unglaublich, wie passend zu meiner Gefühlslage. Wie unpassend, durch dieses Labyrinth an vollgestopften Kellergängen Patienten zu schleusen! Scheinbar marode Heizungsrohre, Abfall ohne Ende neben hoffentlich ausrangierten Betten und sonstigem Kram. Aber zumindest das Labor strotzte vor Sauberkeit und Kälte ...</p><p>Es folgten Wochen des Nichtdenkenwollens: wenn es nicht Morbus Wilson war, ja, was war es dann? Fing die ganze Tortur von vorne an? Was sollte nun werden vor dem Hintergrund von 198 Fehlstunden im I. Schulhalbjahr und noch nicht gezählten im II. Halbjahr? Eine gesundheitliche Unpässlichkeit jagte im Moment die nächste. Kaum flog ein Virus durch dieses häßliche stadtähnliche rheinische Gebilde, schon lag Anni. Magen-Darm-Virus, ein Tag Schule, Magen-Darm-Virus der besonderen Güteklasse mit Notarztruf, ein Tag Schule, Durchbruch eines Weisheitszahnes nachts mit Aufschlitzung der inneren Wange, so dass diese genäht werden musste (kann denn bei diesem Kind, was inzwischen doch erwachsen ist, mal nichts ohne Komplikationen laufen???) ... und immer wieder die trüben Gedanken: was ist, was wird?</p><p>Dann kam der Bonner Arztbericht: die Laborwerte hatten ergeben, dass sie mit einem Morbus Wilson vereinbar wären ... Bitte, was heißt das jetzt genau??? Am 7. Februar werden wir es hoffenlich erfahren!</p><p>Das Leben mit der Krankheit ist ganz sicher nicht erstrebenswert - aber man kann mit ihr leben (ohne die offensichtlichen Nebenwirkungen des Penicillamins sicher besser!). Das Leben mit der erneuten Ungewißheit jedoch ist schier unerträglich. Und trotzdem erträgt man es, weil man muss. Es gibt Momente, in denen auch Anni an Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit ist. Zu akzeptieren, dass sie durch die laufenden Erkrankungen mangels eines funktionierenden Immunsystems nicht die schulischen Leistungen erbringen kann, die sie sich zutraut und die auch nach Ansicht der Lehrer vorstellbar sind, lassen sie verzweifeln. Zumal Jura in Bonn für das 1. Semester einen Numerus Clausus-Riegel vorgeschoben hat. Da tröstet es wenig, dass sie durch die Krankheit und deren Begleiterscheinungen 2 Semester Wartezeit angerechnet erhalten wird. Sie will ihre früheren Leistungen erzwingen - aber das geht nun mal nicht. Leider!</p><p>Irgendwie glaube ich, dass 2012 ein Schicksalsjahr wird. Nicht nur für uns! Weil auch um uns herum alles knirscht in einer Welt, die - hoffentlich - neu sich ordnet. Alte Strukturen scheinen so marode, dass sie dringenst durch neue ersetzt werden müssen. Hoffentlich durch welche, die wieder der Menschlichkeit breiten Raum geben. Damit ein Miteinander wachsen kann - ohne die absolute Führungsmacht Geld ...</p><p><font color="#0000ff"><i>Nichts verrät so sehr einen beschränkten und kleinlichen Geist wie die Geldgier. </i><font color="#000000">(Cicero)</font></font></p><p><font color="#0000ff"><font color="#000000"></font></font></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><br />
  
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2011-10-20T07:29:25Z</published>
        <updated>2011-10-20T07:58:19Z</updated>
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        <title type="html">Frau Buntschuh ...</title>
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                <p /><p>... drehte und wendete sich. Doch es geschah nichts - weder wurde ihr Kühlschrank davon voll noch hatte sie davon Vorräte im Wandschrank und schon gar nicht den so dringend benötigten Wintermantel. Warum nur hatte sie ihren Mann so bedrängt, dieses Ferienhaus am Meer zu kaufen? Die Urlaube in den Hotels waren doch eigentlich auch immer schön gewesen. Resignierend liess sie sich in den Sessel fallen und schaltete die Flimmerkiste ein. Zunächst gedankenverloren liess sie sich berieseln - plötzlich sprang sie wie von der Tarantel gestochen auf. Das war es! Das war die Idee des Jahrhunderts! Flugs eilte sie ins Badezimmer zum Medikamentenschrank, entnahm ihm 2 elastische Binden und wickelte sich kunstvoll das rechte Bein ein.<br />Etwas flau war ihr doch schon im Magen. Aber die Not zwang sie dazu. Also humpelte sie nun zur Nachbarin zur linken Seite. Überhaupt waren die Nachbarn auf der linken Seite etwas netter. Also wollte Frau Buntschuh sie auch zuerst beglücken. Und wirklich, Frau Schulte-Ebertbach öffnete und bat Frau Buntschuh ins Haus. Was sie denn mit ihrem Bein gemacht hätte, wollte sie von Frau Buntschuh wissen. Ach - die große Leidensgeschichte konnte endlich erzählt werden und letztlich auch der Grund , weshalb sie gekommen sei. Denn nicht genug mit der starken Beinverletzung, nein, auch der Ehegatte Buntschuh sei auf einer Geschäftsreise und könne nun nicht für den täglichen Bedarf sorgen; die Nerven würden bei ihr blank liegen und sie hätte sich keinen anderen Rat mehr gewusst als nun die liebe Nachbarin zu belästigen ...</p><p>Pflichtgemäß wies Frau Schulte-Ebertbach zurück, dass der unvermutete Besuch von Frau Buntschuh eine Belästigung sei und selbstverständlich würde sie sehr gern helfen, wozu pflege man denn sonst so eine gute Nachbarschaft. Sie versorgte fix Frau Buntschuh mit einer Tasse ihres besten Kaffees und reichte dazu ein Stück Käsekuchen, gestern gebacken nach Omas Geheimrezept. Während Frau Buntschuh sich überschwänglich bedankte und anfing, zu genießen, überprüfte Frau Schulte-Ebertbach ihre Vorräte. Hier ein Tütchen Nudeln, dort 10 Kartoffeln, etwas Reis, ein Päckchen Schinkenwurst, 3 Tomaten - ach, ihr Mann konnte morgen auch mal auf das Frühstücksei verzichten - und ein Karton Eier. Es kam so einiges zusammen, was sie als Soforthilfe ihrer lieben Nachbarin in den Jutebeutel packte. Himmel - beinahe hätte sie das Brot vergessen und das Stückchen Butter dazu. Nicht das Frau Buntschuh am Ende noch meinen würde, sie sei geizig!</p><p>Im Wohnzimmer zurück, stellte sie den Beutel vor Frau Buntschuh und bot natürlich an, sie auch noch nach Hause zu begleiten und ihr die Sachen zu tragen. Doch Frau Buntschuh meinte, das würde sie schon noch schaffen. Sie bedankte sich mit feuchten Augen vielmals bei Frau Schulte-Ebertbach und humpelte heimwärts. Ihre Blicke schweiften dabei über die Nachbarhäuser. Wer war jetzt nicht daheim und hatte so ihren Ausflug nicht beobachten können? Wer also war der nächste potentielle Helfer für ihre klamme Haushaltskasse? Aaahhh, da fuhr ja gerade Frau Baum-Specht in die Stadt, da waren ja wohl morgen die Vorräte gut aufgefüllt. Überschläglich rechnete Frau Buntschuh durch - wenn sie das noch einige Male machen würde, dazu das Ferienhaus mal etwas überteuert vermieten würde, ja dann wäre sie ihre Sorgen recht fix los und sie könnte weiterleben wie bisher. </p><p>Etwas unsicher war sie, was denn ihr geliebter Mann dazu sagen würde. Aber letztlich hatte er doch selber Schuld. Predigte er nicht immer, sie solle nicht nur Seifenopern im Fernsehen schauen, sondern auch die aktuellen Magazine und Nachrichten. Recht hatte er, der Gute! Fernsehen bildet - und was Griechen und Co. konnten, das konnte sie schon allemal! Frau Buntschuh klopfte sich auf die Schulter ... auf jeden Fall musste sie ihm klar machen, dass er die nächsten Wochen erst im Dunkeln heim kommen dürfe!</p><p /><p />  
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2011-10-19T09:19:06Z</published>
        <updated>2011-10-19T09:19:06Z</updated>
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                <p /><p>... kann absolut Gold bedeuten! Mir hat er auf jeden Fall heute früh sehr viel Freude bereitet und ich muss jetzt noch grinsen. Das ist doch was wert, wenn der Tag quasi so beginnt! Wobei das Fluchen am Anfang stand - der Krümeltee war alle! Ein Drama! Denn was soll das arme Kind zum Frühstück trinken??? Dank früher Öffnungszeiten und einem 5-Minuten-Weg also kurz vor 7 auf den Weg gemacht und ohne Einkaufswagen ab in den Laden. Im Vorbeigehen diese wunderbaren grünen Bananen (wir lieben grüne Bananen!) und für die Quiekies eine Gurke für 33 Cent (sagenhaft der Preis) geschnappt, dem Sonderangebot in Sachen Schinkenwurst (99 Cent für 300 Gramm - und das für unsere Lieblingsschinkenwurst) gefrönt und tatsächlich an den Krümeltee gedacht! Und ab durch die Kasse auf den Heimweg.<br />Knapp am Ausgang angekommen, höre ich die Kassiererin 'Sie haben Ihre Wurst vergessen'. Ich? Ein Blick in die Einkaufstasche - da lag sie, die Schinkenwurst. Aber gehorsam zur Kasse zurück. Nett und freundlich lächelnd hielt mir die Verkäuferin mit einem 'bitte, Ihre Wurst' entgegen: die grüne Gurke ...</p><p>Ich war einfach zu perplex um irgendwie was Schlaues zu sagen, packte dankend meine Gurke und im Rausgehen fing mein breites Grinsen an. Aber vielleicht ist das auch falsch. Vielleicht war das ja gar keine Salatgurke, was ich da gekauft hatte. Vielleicht ist das ja eine Gartenwurst, was da jetzt im Kühlschrank liegt? Obwohl, umgetauft wird in Deutschland ja nur, wenn es gilt, etwas mehr Internationalität in unser Leben zu bringen. Allerdings wage ich zu bezweifeln, ob sich Gardensausage wirklich bei uns durchsetzen liesse.</p><p>Offen bleibt jetzt nur die Frage, ob diese nette und sehr junge Verkäuferin einen Scherz machen und mir einen fröhlichen Tagesanfang bescheren wollte oder sehr unkenntnisreich im Lebensmittelbereich ist oder sich einfach nur versprochen hat. Wobei beim letzteren ein zweimaliger Versprecher schon mehr als unwahrscheinlich ist. Ich habe mich für den fröhlichen Tagesanfang entschieden und freue mich darüber!</p><p>Und weil ich gut in Stimmung bin, heute ein kleiner fieser Spruch:</p><p><font color="#ff3333">Tolle, alleswissende und markige Männer gibt es an jeder Ecke - sagte Gott und schuf die Erde rund ... </font></p><p />  
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2011-10-16T09:17:00Z</published>
        <updated>2011-10-19T09:18:51Z</updated>
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        <title type="html">Zukunftsmusik</title>
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                <p>Entschieden - wir werden Herrn Direktor in Ruhe weiterhin intrigieren und lügen lassen. Denn er wird einer der Biologie-Abi-Prüfer sein. So ganz stimmt das allerdings nicht. Denn Anni hat auf der Abschlussfahrt erfahren, dass in ihrer Schulakte der Hinweis steht: leidet unter schweren Depressionen ... bitte??? Kein Hinweis auf Morbus Wilson! Sondern ein Hinweis auf einen Zustand, der schon mal eintritt, wenn sie zu sehr ins Grübeln kommt. Wobei ich das nicht als Depression ausgelegt wissen möchte, sondern als etwas ganz Normales. Oder würde nicht jeder schon mal leiser und nachdenklicher werden, wenn er darüber grübelt, dass sein Leben von Tabletten abhängt. Dass man im schönen Teenie-Alter knapp dem Gevatter Tod von der Schippe gesprungen ist?</p><p>Aber die Gedanken werden verdrängt. Denn die Zukunft drängt. Und es fügt sich! Die intensive Suche nach weiterbehandelnden Ärzten war erfolgreich. Am 3. November haben wir einen Termin im Universitätsklinkikum Bonn. Dort sind Morbus-Wilson-Patienten in Behandlung, dort hat man im Frühjahr diesen Jahres ein Institut zur Erforschung seltener Erkrankungen gegründet. Übrigens gibt es aus Heidelberg die Erkenntnis, dass die vermutete Zahl der Betroffenen zwar zwischen 2 und 3tausend liegt; leben tun davon allerdings rund 800 ... Ein Grund mehr, etwas mehr über diese Krankheit zu schreiben - einfach, um sie bekannter zu machen! Aber das nur nebenbei und für die Zukunft ...</p><p>Weil ich 'unsere' persönliche Zukunftsmusik gerade spiele - Bonn ist darum der absolute Glücksfall, weil in Bonn auch die Wunsch-Uni von Anni steht. Jura ist geblieben. Der vernünftige Ausrichtungsgrad hat sich geändert. Statt Familienrecht nun europäisches Recht. Was ist für absolut gut halte in der heutigen Zeit. Ein Auslandsstudienjahr hat sie ebenfalls bereits in Planung: Barcelona. Da ihr die spanische Sprache liegt: gut!!!</p><p>Ich sehe das alles sehr, sehr gern! Und beginne, auch für mich Zukunftsgedanken zu machen. Weg aus diesem stadtähnlichen Gebilde mit seinen nur in karnevalszeiten kontaktfreudigen Menschen. Weg aus vermufftem Kleinstadtmilieu, in dem am besten schon die Großeltern innerhalb der Stadtmauern geboren wurden, damit die Enkel als Einheimische gelten und für würdig befunden werden, Traditionsvereinen beitreten zu dürfen ... nein, nicht meine Stadt. War es nie, ist es nicht und wird es nie sein! Ihre Ureinwohner sollten mals 'größte' durch 'älteste' ersetzen - vielleicht hätte dann das Stadtgebilde eine Chance auf Erneuerung?</p><div class="spruch"><font color="#0033cc">Auch die größte Eiche ist einmal eine Eichel gewesen, die jedes Schwein verschlucken konnte. </font>Arthur Schopenhauer</div><div class="spruch"></div><div class="spruch"></div>  
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        <published>2011-09-22T07:01:24Z</published>
        <updated>2011-09-22T07:01:24Z</updated>
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        <title type="html">wie denn nur und nun?</title>
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                <p>Es gibt doch immer wieder Dinge, die mich so fassungslos machen, dass ich einfach verstumme und grübele - Dinge, die zwar mich betreffen, die aber so ein erschreckendes Abbild unserer Zeit liefern ... <br />Dass es einen horrenden Unterschied zwischen den sächsischen Schulen gibt und der hier in NRW, das habe ich wohl schon irgendwann mal geschrieben. Das ist auch bekannt und findet nicht zuletzt seinen Niederschlag in der Bewertung des Abiturs. Während das sächsische hoch anerkannt wird, gilt das aus NRW schon fast als Not-Abitur. Damit muss man leben, solange nicht endlich bei den hohen Herrschaften begriffen wird, dass dieses verhältnismässig kleine Land ein zentrales Bildungssystem braucht! Am besten unter bayrischer und sächsischer Anleitung ...</p><p>Aber nicht das erschüttert mich so. Sondern die Vorkommnisse der letzten Wochen. Und für mich stellt sich die Frage: darf der Direktor eines Gymnasiums lügen? Darf er aus Prinzipienreiterei Lehrer gegen Schüler / Eltern ausspielen? Doch der Reihe nach:</p><p>Noch vor den Sommerferien nahm ich mit dem Herrn Kontakt auf. Anni war wieder mal lange krank gewesen und zu der Zeit, in der die Gruppen für die Abschlussfahrten eingeteilt wurden, nicht in der Schule. Abgesehen von der Tatsache, dass die Schüler wohl eh nicht groß gefragt wurden, traf es sie mit ihrer Gruppe sehr unglücklich. Keiner dabei, den sie näher kannte, dem sie vertraute - all ihre wirklichen Freunde waren für Südfrankreich eingeteilt, sie für Norditalien. Also sprach ich mit dem Herrn, ob nicht ein Wechsel möglich sei, da es doch schon mal durch die Medikamentennebenwirkungen zu absoluten Tiefs bei Anni kommen kann - Tiefs, die ganz besonders 2 Mädchen aus der Frankreich-Gruppe kannten und die Anni da schon beigestanden hatten.<br />Ja, aber sicher! In so einem Fall, auch wenn ein Wechsel aus Prinzip nicht gestattet sei. Aber hier müsse man ja wohl eine Ausnahme machen - Anni solle schauen, dass sie einen Tauschpartner fände. <br />Anni fand ihn. Und präsentierte ihn. Nun ging es zur Sache - die Reisen seien gebucht. Umbuchungen würden zusätzliche Kosten verursachen und letztlich lehnten die leitenden Lehrer den Tausch ab - so der Herr Direktor!<br />Also rief ich ihn nach den Sommerferien nochmals an. Eigentlich wollte ich zu dem Zeitpunkt - eine Woche vor Antritt der Fahrten - nur noch wissen, warum er nicht zu seinem mir gegebenen Wort gestanden hatte. Er zog mir sprichwörtlich die Schuhe aus mit der Mitteilung, dass er gar nicht mit mir reden müsse, da Anni schließlich volljährig sei und er aus Prinzip keinen Tausch gestattet hätte ...</p><p>Ich will es abkürzen - Kontakte mit Lehrern nach den Ferien ergaben dann: <br />- der Platz für Anni in Norditalien musste nachgebucht werden<br />- in der Frankreichgruppe blieben 2 Plätze leer ...</p><p>Zur Zeit ist Anni am Gardasee, in <a href="http://www.torridelbenaco.de/corona.htm">Spiazzi</a>. Sie hat bisher Venedig und Verona gesehen - ein Besuch der Wallfahrtskirche ist nicht geplant ... kein weiterer Kommentar!</p><p>Ich glaube, Frau Buntschuh muss sich das alles mal durch den Kopf gehen lassen ... anders als mit Ironie und Galgenhumor sind engstirnige Bürokraten, die zudem noch auf junge Menschen losgelassen werden, wohl nicht zu verkraften!</p><p />  
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        <published>2011-08-24T17:06:20Z</published>
        <updated>2011-08-25T19:20:05Z</updated>
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        <title type="html">Kommentare ...</title>
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                <p>... gibt es seit gestern hier im Verborgenen. Und ich weiß nicht, ob ich sie frei schalten soll. Ich habe das erste Mal auf facebook den Link eingestellt gehabt. Jetzt sind etliche Kommentare in englischer Sprache da. Was auch irgendwo Sinn bringt, da ich ja etliche Kontakte dort ins Ausland habe ... was mache ich jetzt?</p><p>Irgendwie ist es schon leicht schizophren, dass hinter jedem neuen Ereignis direkt etwas Unangenehmes, Schlimmes vermutet werden muss bzw. wird. Mißtrauen gegen alles und jeden ist gesät in dieser Welt. Je mehr wir es zulassen, umso größer, mächtiger, stärker wird es. Befürchte ich. Dem möchte ich mich eigentlich entgegenstellen - sonst nimmt dieses Mißtrauen die Zügel in die Hand und bestimmt das Leben. Das Leben, das ich als einziges habe und das ich doch eigentlich selber gestalten möchte. In dem ich mich gerade wieder zurecht finde und in dem ich gerade wieder auf meine eigene Mitte zusteuere in der großen Hoffnung, auch die grundsätzlich positive Lebenseinstellung wieder ausgraben zu können in meinem tiefsten Inneren. Meine kleine Lebensinsel wieder bestellen, wieder zum Blühen bringen - das sind die Ziele. Der erste Schritt ist getan. Auch der Wiederbeginn des Schreibens hier ist ein sehr wichtiger Teil dieses Schrittes. Wie auch die Anmeldung auf facebook - bereit sein, etwas Neues kennenzulernen, etwas Neues zu wagen. </p><p>Etwas lustig, dass das Neue mit längst Vergangenem einhergeht. Die Schulzeit hat mich eingeholt im hohen Alter ... eine Schulfreundin aus der der Grundschulzeit schrieb mich an. Wir werden uns hoffentlich bald sehen. Denn wie ich ist auch sie im Rheinland gelandet, knapp 60 km von mir entfernt lebt sie. Schon interessant! Ohne das inet hätten wir uns vermutlich nie wieder gesehen, uns nie wieder geschrieben oder sonst was nie wieder gemeinsam getan. Nun gibt es dazu die Möglichkeit ... finde ich toll. Und genauso toll fände ich die ganzen Kommentare - aber muss ich noch genau überlegen vor den entscheidenden Klicks!</p><p><font color="#0000cc"><em>Vorsicht und Mißtrauen sind gute Dinge. Nur sind auch ihnen gegenüber Vorsicht und Mißtrauen nötig.</em></font> Christian Morgenstern</p><p />  
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2011-08-23T09:13:32Z</published>
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                <p /><p>Gestern besuchte Anni mit Freundin und deren Freund das wunderschöne Phantasialand. Bestes Wetter - nicht zu warm, kein Regen und, da Anfang der Woche, auch nicht zuviele Besucher, so dass sich die Wartezeiten an den Attraktionen wohl gut in Grenzen hielten. Irgendwann bekamen sie Hunger. Kein Problem in diesem Vergnügungspark, wo es an jeder Ecke wirklich gute Sachen gibt, die einfach jeden Geschmack treffen müssen - von den unvermeidlichen gefritteten Kartoffeln über frisch gebackene Waffeln hin zu frischestem Obstsalat und gebratenen Nudeln und anderen Leckereien mehr. So holten sich die jungen Leute je nach Geschmack ihr Essen und schlenderten weiter - bis aus einem Personaleingang in wohl auffälliger Weise ein junger Mann den Park betrat und wieder verliess und wieder betrat und irgendwie die Aufmerksamkeit meiner Drei auf sich zog. Plötzlich stand er vor Anni: 'gib mir dein Essen' ...<br />Anni weigerte sich - und er packte sie so am Oberarm, dass sie anfing zu schreien. Er liess nicht von ihr ab und forderte ihr Essen ... andere Besucher wurden aufmerksam, doch das kümmerte ihn nicht. Erst körperliche Attaken des Begleiters von Anni zwangen ihn zur Aufgabe und er verschwand wieder durch die Personaltür ...</p><p>Absolut geschockt brachen die Drei ihren Besuch ab und ebenso geschockt verfasste ich eine email an die Parkleitung. Denn wer das Phantasialand kennt, wird den Vorfall kaum glauben wollen. Neben der absoluten Sauberkeit ist doch auch das Gefühl, dass dort stets und ständig aufmerksames Personal zu finden ist, ein absoluter Pluspunkt für ihn.</p><p>Heute früh riefen sie an ... meine email wäre direkt der Geschäftsleitung vorgelegt worden und sie würden sich auch direkt um die Klärung kümmern. Wir würden auf jeden Fall weiteres hören! Gut und ein Dank für diese schnelle Reaktion an das Park-Team!</p><p>Mir geht es nicht darum, dass meine Tochter nun blaue Flecken am Oberarm hat - die Dinger holt sie sich beim Reiten und Tanzen zur Genüge. Mir geht es einfach darum: wer sich an junge Erwachsene in der Art und Weise heran macht, der macht wahrscheinlich auch anderes. Und in dem Park gibt es genügend Kinder - Eltern können ihre Augen nicht ständig auf ihrem Nachwuchs haben und ein winziger Moment genügt ... nicht weiter darüber nachdenken, nicht weiter ausmalen. Da wird jeder seine eigenen Gedanken bekommen. Nur erschreckt es mich, in welchen normalen Lebenssituationen heute keiner mehr sicher ist ... sicherlich sind Amokläufe heute schon fast an der Tagesordnung. Aber über sie liest man in der Zeitung, sieht Berichte im Fernsehen und von Überfällen hört man auch nur und erlebt sie nicht! Ich befürchte, dieses 'man erlebt das nicht' ist der größte Trugschluß, dem wir in unserer heutigen Zeit verfallen können! Dagegen hilft nicht: stehen bleiben und zugucken! Dagegen hilft: beherzt eingreifen - einer für den anderen muss da sein. Darum mein großer Dank an den jungen Mann für seinen Mut!</p><p><font color="#ff0000"><em>Mut, Mut, Mut, das fehlt dem sogenannten denkenden Wesen, dem Mensch - als denkendem Wesen -  am meisten.</em></font> Christian Morgenstern</p><p />  
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2011-08-22T10:18:01Z</published>
        <updated>2011-08-24T17:28:48Z</updated>
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        <title type="html">Knöö ...</title>
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<p /><p><a   rel="lightbox" href="http://www.carpe-diem.childrentooth.de/uploads/450-Kn.jpg" class="serendipity_image_link"><!-- s9ymdb:59 --><img width="338" height="450" src="http://www.carpe-diem.childrentooth.de/uploads/v-450-Kn.jpg" style="border: 0px none; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" class="serendipity_image_center" /></a><br /><br />... schreibt frau eigentlich anders - aber das dänische O <b>(Ø)</b> mit dem Querstrich mittendurch ist hier nicht darstellbar und außerdem ist Knöö inzwischen ein Familienmitglied und lebt gut mit der deutschen Schreibweise seines wunderschönen Namens!</p><p><a href="http://www.childrentooth.de/taegliches/index.php?/archives/4826-Zeig-mir-deinen-...-Teddybaer">Mari</a> fragte in den letzten Tagen nach dem Kindheits-Bären. Nun ist Knöö weiß Gott nicht mein Kindheitsbär. Aber er ist mein ureigenster Bär! Der aus vergangenen Tagen fiel der immerwährenden Aufraumwut meiner Mutter zum Opfer wie so vieles andere. Was kümmern sentimentale Erinnerungen an Teddy Pups oder Puppe Sonja, wenn ja nur der Keller aufgeräumt ist ... egal ! Jetzt habe ich Knöö ! Zu mir gekommen ist er 2006 auf der wunderschönen Insel Bornholm. Meine liebe Freundin Eva, Anni und ich verbrachten dort herrliche Tage und erforschten die Insel in jede Richtung. Was ja nicht unbedingt ein großartiges Unterfangen ist, weil jede Richtung ihr schnelles natürliches Ende in der Ostsee findet. So gelangten wir auch in einen kleinen Ort, wo noch Bonbons per Hand hergestellt werden. Es war faszinierend, den Zuckerbäckern dabei zuzusehen! So machten wir uns mit unseren natürlich erworbenen Schätzen - wir essen eigentlich alle 3 keine Bonbons - wieder auf den Weg Richtung Ferienhaus. Auf dem Weg fiel uns ein ziemlich einsam gelegenes Geschäft auf und weil wir ja alles kennenlernen mussten, wurde angehalten - und rein ... Die schönsten Wohnungs-Nettigkeiten empfingen uns - alles Sachen, die eigentlich in dieser Form keiner braucht, die es aber so richtig gemütlich machen. Oder halt Sachen, die jeder braucht, aber die in besonders ausgefallen und hübschen Formen. Kurz, ein Laden, in dem frau jeden Tag stöbern könnte ... und in einer Ecke kuschelten 2 Gesellen: ein Hund und ein Bär. Meine Begeisterung für den Bären kannte keine Grenzen - und Evas Begeisterung für den Hund war nicht zu übersehen. So fanden beide eine neues Zuhause. Knöö wurde auf Knöö getauft (was natürlich dänisch ausgesprochen sich toll anhört) und Hund erhielt den prosaischen Namen Hund.</p><p>Ist es eigentlich albern, wenn frau sich im hohen Alter aus sentimentalen Anwandlungen heraus ein neues Kuscheltier zulegt? Ich sage ganz klar: Nein ! Klar, muss ich ja. Weil ich es getan habe. Aber ich finde es einfach auch gut und richtig. Denn wer sagt, dass nur Kinder das Recht haben, sich an weichen, flauschigen Sachen zu erfreuen; ihr Gesicht in das Kuschelfell zu stecken, wenn die ganze Welt so richtig blöde ist? Wenn alle doof sind und frau sie am liebsten hauen würde - wen kann sie da ersatzweise sonst so durchkneten und auch schon mal boxen??? Irgendwie würde es mich nicht wundern, wenn jeder so ein Kuscheltier hätte - halt nur ganz, ganz heimlich. Etwa so mit der Heimlichkeit, mit der nie jemand die bunten Regenbogenblättchen liest und trotzdem weiß, was da alles drin steht ... Mir tut Knöö auf jeden Fall sehr oft sehr gut! Auf ihn passe ich besser auf als seinerzeit auf den Kindheitsbären Pups ... weil ich mit ihm ein Stückchen Kindheit erleben darf.</p><p align="center"><i><font color="#0033cc">Die Kindheit ist ein Augenblick Gottes.</font></i> (Achim von Arnim)</p><p align="left"><a   rel="lightbox" href="http://www.carpe-diem.childrentooth.de/uploads/450-august11109.jpg" class="serendipity_image_link"><!-- s9ymdb:57 --><img width="338" height="450" src="http://www.carpe-diem.childrentooth.de/uploads/v-450-august11109.jpg" style="border: 0px none; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" class="serendipity_image_center" /></a></p><p align="left"><br />
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            <name>Ulrike</name>
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        <published>2011-08-12T08:44:11Z</published>
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        <title type="html">Spekulanten, Gerüchte ...</title>
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                <p /><p>... die Börse, empfindlich wie die hübsche Mimose, saugt alles begierig auf und reagiert sofort. Länder stürzen in den immer größer werdenden Strudel menschlicher Begierde nach mehr. Nach mehr was? Mehr Geld, mehr Macht, mehr ich-weiß-nicht-was? Fast könnte man meinen, Rating-Agenturen gibt es seit einem Jahr und nicht seit gut einem Jahrhundert. Plötzlich sind sie in aller Munde, trauen sich, allwissend allumfassend alles zu beurteilen und zu klassifizieren. Und wir schauen zu. Verwundert, ängstlich, fassungslos - begreifen zum großen Teil nicht, warum und weshalb sich einige Mitmenschen aufgeschwungen haben, unsere Welt in ein Chaos zu stürzen. Aus purer Gier ...</p><p>Andernorts wird schon reagiert. In Großbritannien brennen nicht nur die Häuser. Verabschieden musste man sich von dem Gedanken, dass hier ein Mob aus niederer Klasse zu Gange ist. Haben doch tatsächlich auch Gebildete und Angehörige der höheren britischen Standesschichten mitgemacht und randaliert, zerstört, geplündert und vielleicht sogar gemordet. Wann fängt es bei uns an? Die paar Autos, die nächtens in Hamburg oder Berlin brennen, werden nicht zur Kenntnis genommen. Wie damals auf der britischen Insel. Als man die ersten Anzeichen falsch beurteilte, abtat als das Werk einer Minderheit.</p><p>Aber ist es die Minderheit? Sicherlich rebelliert es auch in uns, leise! Statt auch laut zu werden. Statt sich zu besinnen, dass wir, die normale Bevölkerung die Säulen von Politik und Wirtschaft sind. Unsere Demutshaltung muss weg und Zivilcourage muss her. Nicht Gewerkschaften, die ein paar Euro mehr und kleinste Vergünstigungen für wenige mit großem Tamtam erreichen wollen, sondern die sagen: Schluß mit dem modernen Sklaventum! Bürger, die nicht hinter vorgehaltener Hand sich ärgern, was kleine Bürgermeister aus einst blühenden Städtchen durch Bauwahn für den eigenen Glorienschein, sondern die vor das Rathaus ziehen und dafür sorgen, dass Kleinstpolitiker wieder begreifen, was ihre Aufgabe ist. Und Bürger, die nach Berlin ziehen und den etwas größeren Politikern klar machen, dass diese in vorderster Linie das eigene Land in Ordnung halten oder besser: bringen müssen ...</p><p>Wir haben nur diese eine Welt, die sich naturgemäß verändert. Auch wenn wir uns diesen Veränderungen anpassen müssen, so heißt das nicht, dass irgendjemand das Recht hat, sie in ein Chaos zu stürzen. Nicht Wirtschaftsleute, nicht Spekulanten, nicht Politiker, nicht Menschen ...</p><p /><p />  
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        <published>2011-08-09T15:57:31Z</published>
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                <p>... eine Phrase, die immer passt. <br />Es regnet schon wieder. Tja, das ist doch normal in diesem Sommer!<br />Heinz hat seine Frau betrogen. Tja, das ist doch bei dem normal!<br />Elvira hat schon wieder ein neues Kleid. Tja, das ist doch bei der normal!</p><p>Ist es auch normal, dass ich beim Seitensprung den armen Mann als Beispiel herangezogen habe und beim Einkauf die Frau? Muss an den normalen Klischeevorstellungen liegen - also bei dem, was uns in Kindheitstagen eingeimpft wurde, dass das eben normal sei und man es darum täte ... Mädchen spielen mit Puppen und Jungen mit Autos! Ehrlich? Nein! Ich kenne etliche Jungen, die gern mit Puppen spielen. Und meine Anni wünschte sich zum 7 Geburtstag ein Holzschwert (was sie auch bekam - unnormal?!).</p><p>Was ist eigentlich normal? Das, was die Masse tut und darum in den Augen der Masse eben anständig und normal ist? Dann wehe uns, wenn der Geschmack der Masse plötzlich umschlägt. Meine nächste Frage wäre: warum muss alles normal sein? Und: bin ich eigentlich normal? Meine Antworten sind ganz sicher: 1. nein, es muss nichts normal sein! und 2. ich bin gern nicht normal!</p><p>Ich blogge gerade. Ist das normal? Auf jeden Fall tut es nicht die Masse. Also ist schon etwas unnormales dabei, wenn frau hier teilweise ihr inneres Ich zeigt. Auch das ich mich im hohen Alter mit dem inet beschäftige, ist bei einem Blick ins reale Leben hin zu Bekannten alles andere als normal. Ganz unnormal werde ich, weil ich nicht auf das Wetter schimpfe, nicht über kaputte Sachen meckere - mich eben nicht an Sachen aufhalte, die ich eh nicht ändern kann. Oder ist jemandem durch arges Geschimpfe schon mal eine zerbrochene Vase wieder in den normalen, weil gebrauchsfertigen Zustand versetzt worden?</p><p>Die Normalität des Alltags - aufstehen, frühstücken, arbeiten, Mittagsimbiss, arbeiten, fernsehen, schlafen ... wie langweilig. Aber anscheindend für die Masse nicht. Der Wahnsinn des Nichtnormalseins, wo fängt er an, wie weit geht er? Wann begreifen wir, dass es absolut normal wäre, wenn jeder sich als Individuum begreifen würde, der eigenverantwortlich sein eigenes Leben so zu gestalten hat, dass es für ihn selbst lebenswert ist - gemeinsam mit anderen Individuen, die sich gegenseitig respektieren, tolerieren und damit wieder zu einer Gemeinschaft werden. Das wäre meine Wunschnormalität ...</p><p />  
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