... werden wir uns wohl bald nicht mehr leisten können. 20 Euro die Kiste mit 20 Flaschen - das geistert als Horrormeldung durch die Zeitungen. So spontan fiel mir nur ein, dass wir wohl bald auf Champagner umsteigen müssen, denn der wird ja wohl immer billiger. Aber so richtig sagt mir eh beides nicht zu und ich dürfte wahrscheinlich größere Nachdenkfalten bekommen, wenn es den trockenen Rotwein beträfe. Aber dann fielen mir die armen Bayern ein. Der schlaue Volksmund behauptet doch, dass Bier in Bayern zu den Grundnahrungsmitteln zählt! Ist das dann überhaupt erlaubt, so etwas lebenswichtiges wie Bier in ungeahnte und für viele unerschwingliche Preishöhen zu treiben?
Letztens war dieses junge Kerlchen länger in irgendeinem Magazin zu sehen. Ihr wisst, der, der das Rauchverbot per sogenanntem Volksentscheid durchgesetzt hat. Bis hin zu Morddrohungen gehen die Schmähbriefe wohl, die er erhält. Und im inet sollen sich auch Anti-Kerlchen-Truppen gefunden haben; deren Zielsetzung kenne ich allerdings nicht und ich verspüre auch keine Lust, darum mich bei diesen zwitschernden oder gesichtsneutralen Diensten anzumelden. Da ist mir meine vermeintliche Datensicherheit lieber.
Aber rein theoretisch könnte ich mir vorstellen, dass bei argen Bierpreiserhöhungen im Alpenfreistaat das Kerlchen einen Club gründen könnte mit den Brauereibesitzern. Dann bekämen sie vielleicht Mengenrabatt bei den Sicherheitsdiensten.
Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass es bei Bier für einige keine Schmerzgrenzen zu geben scheint, wenn ich mal an Oktoberfest-Bierpreise denke. Für einen Humpen Bier an die 20 Deutsche Mark (jawoll, ich rechne innerlich immer noch so!) auf den Tisch des Hauses zu legen und dann den noch gut halbvollen Krug zurückgehen lassen ... da gehört auch schon einiges zu. Kein Mensch bestellt sich ein leckeres 1000-Gramm-T-bone-steak allein wegen des Geschmackes und lässt es nach 10 Happen zurückgehen (oder für den Hund einpacken) ...
Es ist aber mit den Preisen immer so. Und mit dem Geld auch. Jeder versucht, so weit und so hoch wie möglich zu gehen. Kaum geht es der Wirtschaft etwas besser, werden die Rufe nach Lohnerhöhungen sehr laut. Wie wäre es da mal, wenn auch an die Leute gedacht werden würde, die in Zeitarbeit oder zu Niedrigstlöhnen schuften müssen oder an die, die gar nicht arbeiten dürfen? Sie wieder in feste und menschenwürdig bezahlte Arbeitsverhältnisse zu bringen, dass sollte das Ziel der werten Gewerkschaftler sein ... aber dazu fehlt weiterhin bei uns das Wir-Gefühl. Also trinken wir lieber erstmal ein Bier drauf, solange wir es uns noch leisten können.