... haben wir wohl alle in unserer Jugend gemacht - wenn nicht sogar noch später und auch noch heute! Irgendwann wurden die Schuhbänder verknotet, natürlich nur die von männlichen Besuchern, die unheimlich wichtig waren und deren Erscheinen begleitet wurde vom mütterlichen 'benimm dich aber'-Zeigefinger ...
Nett war auch die Aufforderung, doch mal ein paar Scheibchen Brot dekorativ auf den Tisch zu bringen - Löwensenf hat sich einfach besser streichen lassen als die dumme Butter aus dem Kühlschrank ...
Auch noch gut erinnern kann ich mich an die nächtliche Klingelei in späteren Jahren und die beschwippsten Erklärungen an verschlafene Zeitgenossen, dass man das ja gar nicht war, sondern der freche Affe auf der linken Schulter ...
Irgendwie liegt doch in Streichen, sofern sie nicht boshaft oder bösartig sind, eine gewisse Unbeschwertheit und ein Übermut. Und das vermisse ich heute! Klar, nicht mir ist danach, etwas auszuhecken (manches Mal aber doch noch, nur heute nicht!). Nein, bei unserer Jugend - da fehlt mir einfach zunehmend die Leichtigkeit oder wie soll ich es ausdrücken?
Umso feiner fand ich dann den Ostermorgen ... weil ich mein Kind fand in der alten Unbefangenheit voll nichtsnutziger Ideen!
Wunderbar der von meiner Mutter nachts gedeckte Frühstückstisch voller Porzellanküken und Häschen und überstreut mit Zuckereierchen (die man vor lauter Zucker eh nur zum Dekorieren nehmen kann ...). Ich freute mich und kam so in die richtige Stimmung, auch mich feiertagsgerecht zu richten. In aller Ruhe - weil Kind versprach, das Frühstück komplett zu machen. Und sie machte es und rief: fertig, ich bin auch gleich angezogen und komme ... Fast zeitgleich kamen Mutter und ich ins Esszimmer, überholt von unserer laut maunzenden Katze Mausi Kratzdoll, die so gar nicht die irgendwie an ihr befestigten Hasenlöffelchen akzeptieren mochte (und sich ihrer auch recht rasch entledigte... nur die große rote Schleife musste sie länger ertragen!). Wir setzen uns an den Tisch und nahmen doch lachend die passend herausgesuchten Servietten mit Tannenzweigen ... Und dann erschien Madamchen in frühlingshaften weißen Hosen und gelbem Top - um Hals und Handgelenke rote Schleifen, an den Ohren goldene Christbaumkugeln und auf dem schwarzen Haar die Weihnachtsmütze ... 'ich dachte, ich mach mich mal für euch zum Ei ...'