Wednesday, December 29. 2010
Brunch ...
... mit fritiertem Händchen als Extrabeilage gab es bei uns am 1. Feiertag. Nun lässt sich wieder alles bewegen und schon wird wieder geschrieben ...
Es ist einfach eine Tatsache, dass ich nicht zur Hausfrau geboren wurde. Sehr peinlich bewußt wurde mir dies schon bei der Rede meines Vaters zu meiner Hochzeit, der erleichtert seine Verantwortung für mein Überleben in der Küche an meinen Mann übergab. Fiel in die Vorehezeit neben etlichen kleinen Sachen nur die Explosion des Fondues, so kamen zu Ehezeiten die Verätzung eines Auges mit Entkalker, massive Verbrennungen am rechten Fuß durch ein Steak (ja!) sowie ein ziemlich sauber fast abgetrennter Finger dazu. Seit meiner Scheidung 1984 war nun das weihnachtliche Fritieren von Fleisch und Hand eigentlich das erste größere Malheur wieder - was eigentlich beweist, dass ich am besten selber auf mich aufpassen kann!
Aufgepasst werden muss jetzt wie nix auf den Strassen. Mal taut es, mal friert es. Das tut es, weil Winter ist! Haben eigentlich so viele Leute vergessen, was Winter wirkich ist? Diese Stöhnerei: es langt jetzt ... diese Erwartungshaltungen, dass alles reibungslos funktioniert wie im Sommer (wobei im Sommer ein Stau auf der von Urlaubern überfüllten Autobahn schon zum normalen Leben gehört) ... dieses Rufen nach Schuldigen! Ja, Himmel, schick Petrus runter! Auf dass er bestraft werde, weil er nicht rechtzeitig den Verantwortlichen eingegeben hat: bestellt mehr Streugut, mehr Enteisungsmittel. Weil er nicht den Weltenlauf angehalten hat und tatsächlich einem richtigen Winter den Einzug erlaubt hat!
Aber die Strafe für diese ewig Meckernden folgt auf dem Fuße! In der Programmvorschau habe ich gesehen, dass dieser Privatsender mit der roten Kugel, dieser Ox mit dem V davor, geistiges Hochniveau am letzten Abend des Jahres 2010 bieten wird. Und alle ewigen Nörgler werden zum Zugucken verdammt, wenn das blonde Naivchen Hundetaler (oder sind es die Katzen auf dem Berger oder so?) seinen persönlichen Jahresrückblick zum Hingucken gibt. Etwas sehr Gutes hat das Ganze ja: niveauloser kann es auf kaum einem anderen Sender werden und der alljährliche Stadl, in dem man in der 1. Reihe sitzen darf, dürfte Kulturnobelpreis verdächtig werden ...
Friday, December 24. 2010
Weihnachten
Jedesmal,
wenn zwei Menschen einander verzeihen,
ist Weihnachten.
Jedesmal,
wenn Ihr Verständnis zeigt für Euere Kinder,
ist Weihnachten.
Jedesmal,
wenn Ihr einem Menschen helft,
ist Weihnachten.
Jedesmal,
wenn ein Kind geboren wird,
ist Weihnachten.
Jedesmal,
wenn Du versuchst, Deinem Leben
einen neuen Sinn zu geben,
ist Weihnachten.
Jedesmal,
wenn Ihr einander anseht
mit den Augen des Herzens,
mit einem Lächeln auf den Lippen,
ist Weihnachten.
Ich wünsche ein harmonisches Weihnachtsfest. Ich wünsche mir und dir von Herzen, dass die obigen wahren Worte aus Brasilien ihren Weg in alle Herzen nehmen - Frohe Weihnachten!
Ulrike
Wednesday, December 15. 2010
Ortsunkundigkeit ...
... ist ja eigentlich keine Schande. Nur scheint es doch bald sicher zu sein, dass diese Fähigkeit oder besser: Unfähigkeit im hiesigen häßlichen, kleinen, stadtähnlichen Gebilde per Tröpfeninfektion von Busfahrer zu Busfahrer eilt. Den zweiten befallenen Herrn durften wir gestern erleben. Er fuhr das große Gefährt ohnehin recht seltsam, so dass sein Hang, die Hauptstraße nur noch geradeaus zu befahren, durchaus zu verstehen war. Nur leider liegt der Hauptbahnhof linker Hand. Und das Wohngebiet, in dem wohl etliche Fahrgäste dieser Linie ihr trautes Heim haben, ebenfalls. Aber wie schon vor einigen Tagen, konnten wir auch hier wieder die Ortskenntnis des Fahrers bewundern. Ohne jede Rückfrage bog er links ab, kurvte durch die Gegend und fand den Hauptbahnhof! Bravo kann ich da nur sagen. Und mich auf heute oder morgen freuen ...
Kleine Erlebnisse auf der Heimfahrt aus der Nachbarstadt (genauso klein, genauso häßlich - nein, noch etwas häßlicher ...) sind irgendwo das Salz in der Suppe. Inzwischen sind einige Tage vergangen und der Winter hat die Erlebnisqualität enorm ausgeweitet. Wie überall ist es eine Art Lotterie geworden und der Hauptgewinn ist eine Busfahrt direkt zum anvisierten Ziel. Welche kleine Steigungen sind frei? Ich habe auf jeden Fall einen Riesenvorteil: hier laufe ich ohnehin bis zum Bushof und auch in Stolberg kann ich notfalls vom dortigen Bushof laufen. Und von Bushof zu Bushof fahren die Dinger - egal, auf welchem Weg!
Ganz ehrlich: was will man hier machen, wenn es wirklich mal Winter wird? Wenn ich an die Schneemassen in Sachsen denke, dann bilde ich mir ein, dass ein mildes Lächeln meine Lippen umspielt bei dem Gedanken, dass dann hier Katastrophenalarm ausgelöst werden und nach Nahrungsversorgung aus der Luft geschrien würde. Denke ich mir mal so ...
Für dieses Jahr ist es geschafft. Wir haben inzwischen den 21. Dezember und ich grübele immer noch über dem Zauberwort. Aber das wird und kommt morgen. Ich schwanke da noch sehr. Doch war ich etwas aus der Bahn geworfen worden durch den häßlichen Umstand, dass es einen Jemand gibt in der ARGE-Maßnahme-Truppe, der nun einen Riss in einer tollen Truppe hat entstehen lassen, der Mißtrauen ohne Ende gesät hat: zwei Teilnehmerinnen sind die Portemonaies gestohlen worden. Ganz sicher eigene Schuld, dass sie ihre Taschen unbeaufsichtigt in dem Hauptraum haben stehen lassen. Aber ich kann das verstehen! Wir waren so richtig zusammen gewachsen. Es kamen zu vertraulichen Gesprächen mit der ganzen Truppe. Jeder versuchte, jedem mit Rat und Tat zu helfen. Ohne Zweifel - diese gesamte Maßnahme baut(e) enorm psychisch auf! Nun alles hin! Ich habe das letzte Wochenende damit verbracht, zu überlegen, ob ich das Handtuch werfen soll. Weil es mich sehr tief getroffen hat, dass da quasi ein Verräter unter uns ist. Oder wie anders will man jemanden bezeichnen, der anderen etwas von dem Wenigen nimmt, was er hat? Alle sitzen im gleichen Boot! Und dann das ... Ich kann es nicht beschreiben, aber ich weiß, dass nicht nur ich so fühle. Getroffen bis ins Mark, verletzt, hilflos, unendlich traurig und sehr wütend - eine seltsame Mischung von zum Teil verschüttet geglaubten Gefühlen ...
Gestern habe ich nach dem sicher richtigen Bauchgefühl entschieden: ich mache weiter. Untypisch für mich: genau so habe ich es der Truppe auch gesagt! Ob ich noch im großen Kreis das ursprünglich erarbeitete Vertrauen wieder herstellen kann, weiß ich nicht! Doch will ich mich bemühen - so wie sich auch etliche andere darum bemühen werden. Weil uns klar geworden ist, dass es eigentlich gar nicht darum geht, im EDV-Kurs zu lernen, wie eine Datei gespeichert oder bearbeitet wird. Wie mit wenig Geld ein möglichst schmackhaftes Essen zubereitet wird oder ähnliche, scheinbar banale Kursinhalte vermeintlich die Zeit stehlen. Die Mischung ist es zusammen mit Rückenschule, Entspannungstechniken, Stilberatung und Jobrecherche ohne Ende, die in den den letzten 8 Wochen dazu geführt haben, dass man sich selbst wieder wahr nimmt. Ich merke es. Ich schäle und häute mich und werde wieder ich ...
Friday, December 10. 2010
Umbruch ...
in so manchen Sichtweisen, vor allem auf mich selbst. Es hemmt mich nicht, im Gegenteil! Aber die Zeit verrinnt und das Bloggen blieb - mal wieder - auf der Strecke. Und wie schon so oft: es wird sich ändern! Mit täglichen Erlebnissen der besonderen Art kommt ganz sicher auch wieder die Freude am Schreiben, die durch tägliche Negativereignisse in der großen weiten Welt doch sehr stark rückläufig wurde. Zum Programm der ARGE für junge, ältere Leute wie mich werde ich mich am Wochenende äußern. Weil es sich lohnt, mal etwas näher hinzuschauen, da nicht jede der so oft verschmähten Maßnahmen so sinnlos ist wie es oft scheint.
Heute möchte ich wieder beginnen! Auch, weil wir gestern etwas erleben durften, was bereits am Morgen unsere Stimmung für den Tag erheblich anhob. Unser Busfahrer hatte sich verfahren!!! Echt putzelig war es. Wir schauten aus dem Fenster - recht kurz vor unserem Ziel - und wunderten uns. Das war doch nicht der Weg, den der Bus nun schon seit Tagen wieder fuhr und der uns bis 10 Meter vor unser eigentliches Ziel brachte (statt bei dem Wetter gefühlte 100 km vorher von wegen Baustelle).
Wir waren noch am Rätseln, als schon ein junger Mann zum Fahrer noch vorne schoss und auf ihn einredete. Resigniert kam er zurück, zuckte mit den Schultern und meinte: 'der hört nicht'. Gut, das war mein Stichwort! Also los und auf zum Fahrer 'warum fahren Sie nicht die normale Strecke? Wir müssen um 9 Uhr pünktlich da und da sein ... Die Baustelle ist doch weg und die Straße ist frei!'
Kurzer Seitenblick vom Meister am Steuer: 'Woher soll ich das wissen?' (naja, eigentlich bin ich ja nicht der große Busfahreraufklärer, aber was soll es) 'Aber gut, kann ich hier drehen?' (bitte? Ich fahre PKW, der etwas kleinere Ausmaße als so ein Bus hat ...)
Kurz und gut: er bog ab nach links, ich setzte mich auf meinen Platz und wir bestaunten das Gewerbegebiet, durch das wir nun kutschiert wurden. Ehrlich! Ich hatte keine Ahnung, dass das so groß ist. Aber es war mir eigentlich auch egal, weil wesentlicher war: wohin fuhren wir? Aber die Erlösung kam mit der Erkenntnis, dass zumindest der Busfahrer dieses Gebiet kennen musste. Denn irgendwann waren wir wieder auf der ursprünglichen Straße - und es konnten tatsächlich die auch bei Schnee, Eis und Matsch vertretbaren 10 Meter zu Fuß bis zum Ziel gegangen werden. Und wir waren sogar noch pünktlich!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]