Sunday, September 26. 2010
Wieder ein Wochenende vorbei ...
..., und wohl das erste richtige Herbstwochenende. Mal Regen, mal Sonnenschein. Was mich immer wieder erstaunt, ist die Kraft der Sonne, so sie denn hinter den Regenwolken hervor kommt. Da wird in Null Komma Nichts die Strickjacke zu viel und der Wunsch nach Bank, Ruhe und Sonne pur kommt auf. Weil sie eben nicht mehr diese brennende Kraft hat, sondern einfach Wärme pur bringt. Wärme, nach der ich mich sehne und die ich im Sommer sehr vermisse. Weil es da Hitze war. Und Hitze mag ich nicht, will ich nicht und empfinde ich einfach nur als belastend.
Wenn ich hier aus dem Fenster schaue, dann sehe ich einen Baum. Keine Ahnung, was für ein Baum. Darum muss ich mich mal kümmern. Aber egal - faszinierend ist jetzt die Laubfärbung. Er ist zweigeteilt, dieser Baum. Die eine Hälfte hat grüne Blätter, während die andere Hälfte jetzt rote Blätter trägt. Warum verfärbt er sich nicht im Ganzen? Ist es meine Erwartungshaltung nach diesem Ganz-oder-Gar-nicht, die mich in nun täglich bewundernd anschauen lässt? Fast wie das reale Leben, wo diese Ganz-oder-Gar-nicht-Haltung ja auch nicht gerade das Optimale ist.
Ich wünsche eine gute Herbstwoche - und einen gesunden Weg der Kompromisse. Ich werde wieder einige suchen.
Thursday, September 23. 2010
Tage sollte man streichen können
So wie ich eben den Entwurf des gestrigen Eintrages. Mitten im Schreiben dachte ich, meine Güte, nun werde mal nicht dramatisch. Und speicherte lieber ab - um dann halt eben zu löschen.
Das ewige Schulthema bin ich eigentlich leid. Nur wer da mitten im Geschehen steckt, kann wohl nachvollziehen, wie unendlich hirnrissig die Bildungspolitik in diesem Lande betrieben wird. Ein Irrsinn, dies jedem Bundesland zu überlassen. Da gibt es Länder, in denen es hervorragend funktioniert. Wie in Sachsen. Aber entsprechende Studien werden kaum beachtet, geschweige denn kommentiert. Und in NRW schreibt ein Schuldirektor seiner 12. Jahrgangsstufe einen 2seitigen DIN A 4-Brief, warum im Deutsch-Leistungskurs über 30 Schüler sein müssen. Leistungskurs!!! Ein Wahnsinn! Dazu mit dem Hintergrund, dass nunmehr in dieser Stufe Migrantenkinder gelandet sind, die bisher durchgeschleppt werden mussten, damit die Schule nicht als ausländerfeindlich von den entsprechenden Eltern gebrandmarkt wird, nur weil man ihre Kinder richtiger Weise mal eine Klasse wiederholen lassen 'wollte'. Da sind deutschsprachige Schüler einwandfrei im Nachteil. Die bleiben sitzen, wenn die Leistungen nicht stimmen. Migranten gehen mit Rechtsanwalt zum Direktor und behaupten, ihre Kinder würden benachteiligt, weil sie eben Migranten sind. So ein Quatsch! Aber egal. Ich will mich über nichts mehr aufregen, was eh gegessen ist. Und das ist halt ein Leistungskurs mit über 30 Schülern nicht. Geteilt werden kann er nicht, weil dann nicht die Mindestschüleranzahl erreicht wird. Auch ein Quatsch. In Sachsen finden Leistungskurse mit 2 Schülern statt - in Annis ehemaliger Schule sogar mal einer nur mit 1 Schülerin. Das war richtig! Denn was konnte das arme Mädel dafür, dass sie über Jahre hinweg sehr gut in Französisch war und das nun auch als Abitur-Fach haben wollte.
Aber in NRW ist es nicht möglich, Leistungskurse für je 16 Schüler einzurichten. Weil die Vorschriften dagegen stehen. Ob die Schule schon mal was von Ausnahmegenehmigungen gehört hat? Aber die würden auch nicht helfen. Weil ja die Fachlehrer fehlen. Ich fasse es nicht! Vor allem nicht, dass ein Schuldirektor sich auch noch hinsetzt und diesen ganzen Blödsinn vor den jungen Menschen rechtfertigen will. Vor eben die jungen Menschen, die den Irrsinn ausbaden müssen ...
Ich war beim Arzt. Irgendwie bin ich durch Annis Krankheit mit mir schludderig geworden. Jetzt fiel mir ein, dass da ja noch so eine Nierenzyste war. Gern vergessen, weil ja auch absolut keine Beschwerden da waren. Bis zum Ultraschall, dem Pfiff des Arztes und der Bemerkung 'mein Gerät hat Grenzen' - ab zum CT. Geschätzte Größe zwischen Hand- und Fußball mit 1,5 l Inhalt. Ganz ehrlich, ich habe absolut keine Beschwerden! Ich ich glaube, ich bekomme sie. Weil der Kopf es so will. Weil es nicht sein kann, dass da so was in mir drin ist, was genauso wenig zu mir gehört wie die überflüssigen, aber sichtbaren Pfunde an mir! Ende Oktober werde ich mehr wissen.
Nicht stimmungshebend ist dazu der trübe Herbsttag. Hat wer den schönen Spätsommer gesehen, der gestern noch da war?
Wednesday, September 22. 2010
Alle Waffen gehören weg!
So der Schrei durch deutsche Lande. Natürlich ist ein Amoklauf schockierend, macht betroffen. Aber darum jetzt ein generelles Waffenverbot fordern? Ich weiß nicht. Denn ich bin für konsequenz. Jemand wurde erstickt? Alle Plastiktüten, alle Kissen gehören verboten! Jemand wurde erwürgt? Alle Stricke gehören verbrannt, alle Hände abgehackt! Jemand wurde vergewaltigt? Alle Schniedelwutze gehören vernichtet ... und so fort!
Immer gleich der radikale Aufschrei, geschürt von Presse, Funk und Fernsehen. Da werden unbeteiligte Lörracher Bürger über ihre Gefühle angesichts dieser wirklich unfassbaren Tat befragt. Und wie so mancher Karpfen nach Luft, schnappt so mancher Bürger nach der Chance, auch mal ins Fernsehen zu kommen. Meine Güte, ein Mord, ein Amoklauf sollte jeden Menschen betroffen machen, egal, wo er wohnt! So kalt kann doch wohl kaum einer sein.
Ich möchte mal die Schreie hören, wenn bestehende Gesetze angewendet und die Waffenbesitzer kontrolliert werden würden. Sicher hätte das schon mal den Riesenvorteil, dass kein einziger Polizist mehr zur Geschwindigkeitskontrolle eingesetzt werden könnte, weil sie alle ja die Waffenschränke anschauen müssten. Aber: was ist, wenn da die registrierte Waffe gar nicht drin ist? Hausdurchsuchung? Inclusive Nachttischschublade und Kühlschrank? Oh, in welchem Polizeistaat würden wir denn da leben. Mein drittes Auge liest schon die Schlagzeilen: 'Unverantwortlicher Vater hebt Waffe neben Babypuder auf' oder 'Vertragen sich Waffe und Rollmops im Keller?' oder gar 'Polizei stürmt nach Zutrittsverweigerung Holzhütte eines Sportschützen' ...
Generelle Verbote bringen gar nichts, wecken eher die Begierde. Ist wie mit Cola. Verbiete ich sie, will das Kind sie. Darf das Kind sie haben, will es sie bald nicht mehr (weil die garnierenden Servierbemerkungen den Appetit dadrauf ordentlich vermiesen ...). Statt sinnloser Straßenbefragungen lieber Schreibtischzeit für erfindungsreiche Journalisten. Jeder 10 praktikable konstruktive Vorschläge zur Behebung der jeweiligen Situation. Die Pausenzeiten in der Berichterstattung könnten ja beim Fernsehen zum Beispiel mit dem Testbild aus den 50er und 60er Jahren gefüllt werden. Da bliebe auch mal wieder Zeit für Familiengespräche und für Lösungen von kleinen Krisen im kleinen Rahmen - vielleicht der Ansatzpunkt zur Verhinderung großer Krisen ...
Tuesday, September 21. 2010
Wohl doch noch nicht
das absolut Gelbe vom Ei war es. Aber vielleicht jetzt ... sind wir mal wieder hoffnungsfroh, dass jetzt alle Funktionen so wollen wie ich und der Herr PC und ich wieder Freunde werden.
Ja, Marie - ansonsten geht es mir gut. Größte Aufregungen sind überstanden. Kind hat die Führerscheinprüfung im ersten Anlauf bestanden. Trotz aller Widrigkeiten, die ihre Nerven blank liegen liessen und sie noch knapp vorher zu der Frage brachten, ob sie vielleicht zu dumm zum Autofahren sei. Dafür hat sie aber auch Fahrunterricht der Sonderklasse hinter sich inclusive Autobahnunfall. Der klassische Fall: letzte im Stau und einer rauscht rein. Zum Glück rückten die vor ihr gerade ein Stückchen weiter ... Dazu der unwahrscheinliche Fall, dass der Fahrschulwagen den Geist in Form seiner Batterie aufgibt. Aber egal, das Kärtchen mit dem unwahrscheinlich häßlichen Bild steckt in der Tasche. Jetzt darf sie fahren lernen ...
Oft habe ich in den letzten Tagen gedacht: dazu musst du was schreiben. Werde ich wohl auch noch. Doch was mich zur Zeit am meisten nervt, ist unser Fernsehen! Egal, in welcher Richtung. Ganz oben kann ich beginnen. Beim Deutschen Fernsehpreis. Nicht mehr beste Regie oder ähnliches werden gesucht, sondern beste deutsche Seifenoper - was für ein Niveau? Niveau, was ist das? Ach ja, wahrscheinlich dieses blonde Katzenmädchen, was da mit Macht zum Star wohl aufgebaut werden soll. Sie nervt mich schon jetzt dank Geplapper in eigentlich recht guten Talkshows und eventuell für andere witzigen Werbefilmchen, abgekupfert bei der Verena P.-Masche. Was einmal geklappt hat, wird doch dank der dummen Hingucker wieder klappen. Wäre doch gelacht, wenn man sein Muster ändern sollte, nur weil da ein paar einzelne Zuschauer doch gern etwas mehr Niveau hätten. Denn schließlich gucken ja auch alle jede Menge Krimiserien, die jetzt crime stories heißen. Jeden Abend das gleiche Muster mit immer öfter den gleichen Darstellern - Schauspieler scheinen zu teuer geworden zu sein. Ach ja, dabei fällt mir noch ein, dass ja das Internet Schuld ist an der Zunahme der Gewalt. Nein, nicht die ewigen Krimis; nein, nicht die Seifenopern, wo nach Herzenslust gemördert, betrogen und sonst was wird und keinerlei Folgen wie etwas Prozesse oder gar Gefängnis befürchtet werden müssen.
Als absoluten Hammer aber empfinde ich die Nachrichten über den schweizerischen Wetterfrosch. Gibt es auf der großen weiten Welt nichts Bewegenderes als diesen Mann und sein Verhältnis zu diversen Frauen? Anscheinend ja nicht, wenn es nun schon seit Wochen die erste Meldung der Hauptnachrichtensendungen wert ist ... oh frau, in was für einem Entwicklungsland lebst du eigentlich?



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]