Tuesday, November 17. 2009
Irgendein Roulette ...
... hat zum gestrigen Beitrag gewünscht, dass er hätte detaillierter sein sollen. Nun gut! Detaillierter wo, wobei und wieso? Keine Ahnung! Denn eigentlich versuche ich immer, meinen werten Lesern Freiraum für eigene Gedanken zu geben oder aber ihre Gedanken mit auf meine Spaziergänge zu nehmen ...
Auf jeden Fall habe ich entschieden, den Kommentar nicht zu veröffentlichen, weil mir die angegebene Glücksspiel-HP nicht gefiel. Das ist zwar schon wieder schief ausgedrückt, denn ich habe sie mir gar nicht weiter angeschaut! Weil ich solche Seiten meide wie die Pest.
Nicht, dass ich etwas gegen Glücksspiel hätte! Oh nein! Wie könnte ich? Denn: ich lebe ... Und: ist nicht das Leben an sich das höchste Glücksspiel an sich? So habe ich doch so oft die Qual der Wahl: setz ich schwarz oder rot, auf Vertrauen oder Mißtrauen meinen Mitmenschen gegenüber? Gewinnt schwarz, so gewinne ich einen Vertrauen, gewinnt rot, so vertue ich vielleicht eine Chance, einen wertvollen Menschen näher kennenzulernen. Wobei schwarz natürlich beinhalten kann, dass auch allerbeste Freunde irgendwann schmerzende Backpfeifen austeilen können, weil schwarz gar nicht schwarz war! Zu hoch? Ja, für mich auch. Aber ich weiß wenigstens, was ich meine ... der Vorteil der Schreibenden!
Vielleicht geling es mir besser, wenn ich statt Schwarz und Rot die berühmten Wegkreuzungen nehme, an die wir in unserem Leben immer wieder kommen. An denen wir entscheiden müssen, wo lang der Lebensweg denn nun gehen soll ... und man nimmt den Weg, der so beschaulich aussieht, rechts und links Blumenwiesen und eine Ruhebank schon in Sichtweite. Schwungvoll biegt man ein, eilt mehr oder weniger mit Vorfreude auf die einladende Bank zu und - schwupps, liegt man auf der Nase, weil die schmale, aber tiefe Schlucht vor der Bank von der Kreuzung aus nicht zu sehen war ... Kommt da nicht der Gedanke auf: warum bist du bloß nicht die Steigung gegangen? Sie sah zwar mühsam aus und der Weg war lange nicht so hübsch umsäumt - aber man sah sehr weit jedes Steinchen auf diesem Weg ...
Vor diesem Glücksspiel Leben kann keiner von uns kneifen! Und will es doch eigentlich auch gar nicht! Vor dem anderen, was letztlich uns nur das Geld aus der Tasche ziehen möchte, ja, davor können wir getrost die Augen schließen. Vom ganz großen Geld zu träumen ist ja dennoch erlaubt!
Sunday, November 15. 2009
Diese November-Sonntage ...
... mag ich irgendwie nicht! Zwei verordnete Trauersonntage, an denen man versucht ist, in den tiefsten November-Blues zu versinken. Die Straßen sind leer geräumt. Nein, nicht von Blättern der Bäume, nicht von schmutzigen papiernen Blättern, die weniger nette Mitmenschen achtlos in der Gegend herum streuen - einfach nur leer von Menschen. Fast so als verkrieche sich jeder in der eigenen Hütte, damit draußen keiner sieht, dass man auch an Tagen wie diesen lachen kann.
Ich weiß, dass ich als Fast-Teenie den Aufstand geprobt habe. Ich hörte an einem der beiden tristen November-Sonntage Musik. Ich weiß nicht mehr, was. Nur noch, dass ich sehr laut aufgedreht hatte. Bis mein Vater herein gestürzt kam und mr den Plattenspieler ausmachte. Daraufhin riß ich das Fenster auf und schrie hinaus: ich trauere, wann ich will ...
Exakt so erging es mir heute! Unbeschreiblich Lust auf Blödsinn - aber keiner da, der auch wollte. Stattdessen der Gang zum Friedhof. Aber ohne mich! Ich bin ohnehin keine Friedhofsgängerin - weil mich meine Lieben ohnehin immer begleiten.
Eigentlich hatte ich irgendwann mal gehofft, dass es mit zunehmenden Alter besser oder besser: angepasster wird mit mir! Ab und an bin ich erschrocken, dass es eher schlimmer wird - ich hasse alles, was von den Obrigkeiten verordnet wird und lehne mich immer mehr auf. Seit gestern habe ich ein neues Horror-Szenario: die Übernahme der neuen holländischen Kfz-Steuerregelung in diesem unseren Lande ...
Schon gehört? Steuer abgeschafft und jeder gefahrene Kilometer soll bezahlt werden. Wobei die Kilometer über GPS erfasst werden - Überwachung durch Vater Staat perfekt! Dann ist es auch nur noch ein kleiner Schritt zur nächsten Vision so mancher Leute: bei Zwangsimpfungen à la Schweinegrippe die Verabreichung eines Mikrochips in jeden Menschen ...
November-Blues - jetzt hast du mich!
Friday, November 13. 2009
nur Aufreger ...
... in der letzten Zeit - oder steht mein Sinn auf Meckerei? Ich weiß es nicht. Die Bundestagswahlen fand ich nicht kommentierungswert - ebensowenig wie im Moment alles, was in der großen Politik vorkommt. Besser, frau nähme sich das vor, was nicht vorkommt ...
Schweinegrippe - Pandemiehysterie? Auch nicht kommentierungswert, weil hier wahrlich jeder seine eigene Meinung sich bilden und dann entscheiden muss!
Und auch im Fall des depressiven Fußballers schwimmen meine Gedanken gegen den Strom. Weil ich nicht verstehe, dass hier wieder eine Massenhysterie geschürt wird. Ein Mensch hat seinem Leben ein Ende gesetzt, weil er keinen Ausweg mehr sah - sehr tragisch! Doch es war seine Entscheidung, die es zu akzeptieren gilt. So wie es seine Frau es anscheinend tun kann. Aber: kann es auch der Lokomotivführer, der nun damit fertig werden muss, ein Massenidol überrollt zu haben? Ihm gilt eigentlich mein großes Mitgefühl. Denn er wurde willkürlich ausgewählt, etwas für jemanden zu tun - etwas, was ich noch nicht mal mit Sterbehilfe vergleichen kann. Denn auch da hat der Helfende noch die Möglichkeit, sein eigenes Gewissen zu befragen. Aber diesem Lokomotivführer wurde von einem Lebensmüden eine Tat aufgezwungen, die ihn nun sein ganzes Leben begleiten wird. Wer vor etlicher Zeit den Fernsehbericht über diese Lok-Führer gesehen hat, denen Sterbewillige vor den Zug gelaufen sind - für sie gibt es in der Regel kein normales Leben mehr.
Nach ihm fragt kein Mensch! Dafür ein Massenereignis um den Mann, der seiner Depressionen nicht Herr werden wollte oder konnte. Hannover steht Kopf - und mit der Stadt die Nation. Fragen werden laut: wie kann man nur den armen Spielern beistehen, auf dass sich so eine Tragik nie mehr wiederhole ...
Wer fragt, wie den depressiven Menschen geholfen werden kann, die ebenfalls einen Schicksalsschlag nach dem anderen verkraften müssen, sich aber immer wieder, jeden Tag neu dem Leben stellen? In vollem Verantwortungsbewußtsein den Menschen gegenüber, von denen sie geliebt werden. Und die sie oft nicht aus eigener Kraft ernähren können.
Werte Presse - sind die Zeiten so mau, dass die Schweinegrippehysterie nicht mehr genug her gibt zur Auflagenverstärkung? Muss jetzt Volkstrauer her geschrieben werden? Immerhin - Nachahmungstäter gibt es ja schon. Also, weiter so! Oder: bitte, lieber nicht!
Zeigt lieber Auswege all den Depressiven - gebt Lebensmut! Denn da bin ich sehr sicher: auch der kann herbei geschrieben werden! Macht vielleicht sogar begreiflich, dass Leben nicht aus sozialem Aufstieg, aus oberflächlichem Erfolg(szwang), aus der Anerkennung durch Dritte besteht - sondern dass es an wirklich jedem Menschen selbst liegt, seinem Leben das Leben zu geben, dass es so lebenswert macht!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]