Sunday, June 14. 2009
stille Gedanken ...
... sind schwer, zu schreiben.
Ich habe es heute getan, tun müssen. Weil am Samstag Post kam, die ich nie bekommen wollte. Weil ich immer so gehofft hatte. Und drum gebetet habe, dass es nicht passiert. Aber alle Wünsche und Hoffnungen waren vergebens. Ich bin sehr traurig.
Voller Bewunderung habe ich im letzten Jahr oft gelesen, wie tapfer und voller Mut der schwere Weg durch Krankheit, Chemotherapien und all die schlimmen Begleiterscheinungen gemeinsam gegangen wurde. Dass Raum blieb für die Gedanken an das Morgen. Für Mitmenschen. Für das ganz alltägliche Leben.
Die gemeinsame Zeit ist vorüber. Eine liebe Freundin ist allein. Und ich kann nur hoffen, dass ich zumindest ab und an zur Stelle sein kann. Einfach um zuzuhören ...
Der schwere Brief ist geschrieben - die Gedanken eilen so oft am Tag etliche Kilometer in der Hoffnung, dass der Mut geblieben ist. Der Mut für die neue Zeit!
Tuesday, June 9. 2009
Danke ...
... für liebe Worte und Gedanken und Wünsche!
Und doch bleibt es tief in diesem Loch. Morgen wird brav der Einladung des Arbeitsamtes Folge geleistet, warum auch immer. Selbst in einer Zeit, in der ich eigentlich zuviel Zeit habe, ärgert mich vertane Zeit! Und noch mehr: sinnlose Gespräche. Damit aber in die Sinnlosigkeit Abwechslung kommt, gilt die morgige Einladung nicht für die hohe Agentur für Arbeit hier in diesem mickrigen kleinen rheinischen Städtchen, sondern für die in Aachen ansässige Agentur. Und die ist dank eines ausgeklügelten öffentlichen Nahverkehrs gar nicht so einfach zu erreichen ...
Wenn ich sehr gut drauf bin, dann lege ich einen Zwischenstopp in der Zeitarbeitsfirma ein, in der ich so gern arbeiten würde. Wo alles rundum stimmte - vom Chef über die Kollegen (bis auf einen, aber der war zu verkraften) hin zur eigentlichen Tätigkeit. Mal hören, ob sie mehr wissen, ob die Aachener Niederlassung wirklich geschlossen wird - ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer ist da immer noch.
In einer Zeit, in der Gier bezahlt werden muss, schwindet bei vielen tausend Menschen immer mehr der Glaube daran, dass auch sie wieder ihren Platz in der Arbeitswelt finden. Firmen werden zu unserer aller Last gerettet, die von einigen wenigen meist Herren an die Wand gefahren wurden in dem Bestreben, Eigentümern immer mehr Profit zu verschaffen. Die, die noch arbeiten dürfen, werden in einem modernen Sklaventum zu immer mehr Überstunden angetrieben. Und dann kommen da die Kindergärtnerinnen und klagen über zu hohe Gesundheitsbelastungen durch zu laute Kinder ... dazu kann ich keinen Kommentar geben, weil mir dazu nichts einfällt.
Wie wäre es eigentlich, wenn statt irgendwelche fragwürdige Konjunkturprogramme aufzulegen oder statt immensen Krediten an Pleiteunternehmen das Steuergeld in den Umbau des Landes gesteckt würden? Zum Beispiel in eine Gesellschaftstruktur, die sich den Menschen und den tatsächlichen Gegebenheiten annähern würde ... denn ich glaube, dass es erst wieder aufwärts geht, wenn der Mensch zählt mitsamt der Natur um ihn herum ...
Sunday, June 7. 2009
Manche Löcher ...
... sind tiefer und schwärzer als andere und irgendwann kommt der Punkt, an dem es eine Enttäuschung zuviel ist. Genau der Punkt, an dem man sagt: ich will nicht mehr. Oder: es hat alles keinen Sinn mehr. Und so weiter ...
Obwohl eines gewiß ist: es geht weiter. Irgendwie. Und das weiß man ja auch. Aber in der klaren Erkenntnis, dass es nur allein gehen kann, verstummt man. Da kommen Fragen: ach, wen interessiert das schon. Wobei das 'das' durchaus durch ein 'du' ersetzt werden darf.
Irgendwie hatte es mir dann die Sprache verschlagen, das geschriebene Wort. Was bei mir heißt: ich war verstummt und brauchte diese Zeit, die ich sehr sinnlos verbracht habe. Oberflächlich betrachtet von dritter Seite her wahrscheinlich. Für mich war sie sehr sinnreich, weil eben sie eben mit vielen Gedanken und innerlichen Auseinandersetzungen gefüllt war und auch noch ist.
Mich nicht unmittelbar treffende Entscheidungen sind gefallen. Anni ist den sehr vernünftigen Schritt gegangen und hat sich entschlossen, die 11. Jahrgangsstufe zu wiederholen. Zeit zum Luftholen anstatt immer dem Stoff hinterher zu rennen, der unweigerlich fehlt durch die immensen Fehlzeiten in der akuten Morbus-Wilson-Phase. Dann lässt sie sich jetzt das Näschen machen - der seit gut 7 Jahren bestehende Dauerschnupfen könnte von der schiefen Nasenscheidewand herrühren, die sie ja nun mal seit 3 Nasenbeinbrüchen in Grundschulzeiten hat. Und da gibt es nach 1 1/2 Jahren erster Liebe nun eine neue erste Liebe ... aus mütterlicher Sicht wohl die erste wirkliche Liebe! Und das macht mich sehr, sehr froh! Weil ein 20jähriger Abiturient ihr besser der Partner sein kann, den sie eigentlich braucht für Gespräche und für Unternehmungen abseits von Billard, Bier und Disco ...
Bleibt also nur die Frage offen: was mache ich? Bisher weiß ich nur, was ich immer wußte, mir jedoch nie so eingestanden habe: ich will nicht allein sein und bleiben. Und ich will endlich wieder was tun. Nun muss ich den Schlüssel finden zu dem Raum, in dem die Leiter steht, auf der ich dann endgültig aus diesem verhassten Loch steigen kann ... aber immerhin: ich sehe schwaches Licht!
Danke für Eure Sorge!!! Auch sie hat geholfen ...



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]