Thursday, May 29. 2008
Entwarnung ...
... gab es im Klinikum Aachen. Auf Anraten des Jugendarztes waren wir einfach in die Notfall-Sprechstunde gefahren. Und es war alles so erstaunlich! Die immer nette Dame am Anfang erkannte uns wieder und erinnerte sich sogar an den Namen und meinte, sie hätte so gehofft, dass Ann-Kathrin endgültig geheilt sei. Den Wunsch fand ich rührend und meine Stimmung hob sich trotz reichlich wartender junger Patienten. Geschätzte Wartezeit: rund 2 bis 3 Stunden. Aber egal, musste ja sein. Dachte ich. Keine 10 Minuten später sah ich die erste mir bekannte Oberärztin in ein Sprechzimmer gehen, kurz darauf sprach uns die nächste an und meinte, es würde gleich los gehen ... Und dann flitzte noch der federführende Herr Privatdozent in das Sprechzimmer und einige Minuten später kam eine Schwester und meinte, die Blutabnahme könne und solle schon mal gemacht werden und sie solle auch detailliert die momentanen Beschwerden aufnehmen. Und anschließend meinte sie, das würde jetzt bis 12 Uhr dauern, weil dann die große Ärzteberatung sei. Gut, also doch noch 2 Stunden Wartezeit.
Angesichts der nicht so guten Luft wollte ich gerade fragen gehen, ob wir nicht die Wartezeit auch aushäusig verbringen könnten, da kam die Schwester schon mit vielen Papieren - Ultraschall von Leber und Galle, CT des Bauchraumes, weitere Blutuntersuchungen, kurz: volles Diagnostik-Programm, zu dem man uns schon angemeldet hatte und das so ineinander griff, dass man in mancher Abteilung schon auf uns wartete. Sagenhaft!!! Kurz vor 12 waren wir fertig und sollten doch uns ein halbes Stündchen noch die Zeit vertreiben.
Tatsächlich hatten wir dann kurz vor 1 Uhr das Arztgespräch - alles in Ordnung. Wie ich schon beim Ultraschall selbst hatte sehen können, haben sich Leber und Galle bestens regeneriert. Dazu alle Blutwerte absolut im normalen Bereich. Und auch sonst nichts Auffälliges! Die Alpen verliessen fast polternd die Seele! Die Flecken unter der Haut sind zwar ein typisches Morbus-Wilson-Zeichen, aber der Preis für ein fast normales Leben mit einer schweren Krankheit. Da gibt es viel Schlimmeres! Und eine Nebenwirkung des Medikaments - aber wohl die einizige. Denn Übelkeit, Schlafstörungen ... da wäre man skeptisch, ob man das als Nebenwirkung sehen solle. Weil Anni ja eigentlich im letzten Jahr mit massiven Hautveränderungen reagiert habe. Aber die 'Pille' ist ins Visier gerückt. Und so werden die Akne-Pickel eine neue Chance bekommen ... Schönheit hat zwar ihren Preis, aber nicht den des ständigen Unwohlseins und des Nichtschlafenkönnens. Wir werden sehen und hoffen jetzt, dass es das tatsächlich ist und bald wieder beschwerdefreie Tage gelebt werden können.
Auf jeden Fall kann ich nur jedem Betroffenen - gleich welche Krankheit! - wünschen, dass sich so umfasssend und schon fast liebevoll um ihn gekümmert wird wie es Anni bzw. wir im Klinikum Aachen erleben dürfen. Wie schroff wurden wir dagegen in Chemnitz behandelt - ich kenne also den Unterschied. Und kann mal wieder nur jeden ermutigen, nicht locker zu lassen und die für ihn/sie beste Möglichkeit zu suchen - ohne Rücksicht auf die sonstigen Lebensumstände. Es gibt nur eine Gesundheit, während es sicher unzählige Möglichkeiten gibt, sein übriges Leben neu auszurichten!
Tuesday, May 27. 2008
Gelsenkirchen ruft ...
... mich. Und ich kann mich ausschütten vor Lachen. Ausgerechnet ich habe 2 Eintrittskarten bekommen für das FanFestKonzert von Chris Norman, Matthias Rein und Michael Wendler. Ich möchte es als Geste Fortunas werten! Denn ganz sicher werde ich nicht am 23. Juni nach Gelsenkirchen düsen - bei meinem vielleicht etwas anderem Musikgeschmack wären dazu andere Kaliber notwendig, um mich die Kilometer fahren zu lassen. Die Wiener Philharmoniker vielleicht oder Harry Belafonte oder die Rolling Stones ... Aber gefreut über den Brief der Stadt Gelsenkirchen habe ich mich trotzdem sehr! Und ich werde Lucki, dem ich das ja zu verdanken habe, mal fragen, ob er jemanden weiß, der Interesse hätte ...
Ja, ich habe für sein Foto beim Gelsenkirchener Fotowettbewerb gestimmt per email. Weil es einfach gut und passend war und ist ...
Wichtiger als der materielle Wert ist allerdings, dass auch mal eine positive Nachricht im Briefkasten lag! Und es ist erstaunlich, wie so etwas motivieren kann. Fast erscheint es mir wie ein Durchbrechen der Mauer des monatelangen Stillstandes. Eben eine der berühmten Kleinigkeiten, die die Welt in eine andere Farbe tauchen können - wenn man sie annimmt! Und zulässt, dass sie einen positiven Aspekt in das im Moment doch wieder getrübte Leben bringen.
Die andere Möglichkeit ist die, sich über andere Leute und deren angebliches Fehlverhalten aufzuregen. So wie es im Moment von allen Seiten kunstvoll mit dem Ehepaar Pooth (oder wie immer sie sich schreiben mögen ...) gemacht wird nach dem Motto: guck mal, die sind viel schlimmer als wir! Wenn die Herren Zumw... oder von Pier... da im Luxus-Hotel-Pool geplanscht hätten, würde da ein Hähnchen nach krähen? Nö, die hätte nämlich kein Leser der bildhaften Zeitung erkannt. Und da wird auch nicht nachgegraben, ob die ihr Geld nicht fein auf die Ehefrauen übertragen haben. Auch nicht bei den Herren Bankvorständen, die Milliarden in den Sand gesetzt haben. Weil da nicht einzelne Gläubiger nun ihrem Geld hinterher laufen müssen, denn die bekommen es ja wohl von uns allen dank Steuermitteln ... Nur dieses ehemals von Presse und Co. verhätschelte Glamourpaar hat Sack und Asche zu tragen! Und sich gefälligst an der Ostsee begaffen zu lassen ... vollkommen egal, dass es mehr und höhere Firmenpleiten ähnlichen Musters gibt, die Verursacher sich aber nicht so gut vermarkten lassen, weil sie eben keiner kennt. Und sie sich deshalb nicht so gut eignen, dem Volk als Frass vorgeworfen zu werden.
Nein, ich freue mich lieber über 2 von mir nicht zu nutzende Eintrittskarten ehrlich - und gucke, dass ich mein Leben lebe - ohne Schadenfreude!
Monday, May 26. 2008
Funkstille ...
... hatte ich mir verordnet. Ab und an was geschrieben und mittendrin abgebrochen, weil es mir dann wieder nicht passte. Und mir eigentlich nur nach Schreien und 'ich will hier weg' war (und eigentlich noch ist) ...
Gestern habe ich nun unmißverständlich meiner werten Mama klar gemacht, dass ich nicht länger der A.... der Familie sei und sie doch bitte zusehen möge, wie sie mit ihrem Bruder klar kommt. Anni und ich waren bereit, mit ihm zusammen zu ziehen und ihn zu pflegen. Er hat so lange überlegt, dass der Arzt ihn gezwungen hat, in ein Kurzzeitpflegeheim zu gehen. Nun haben die Geschwister aber weiter überlegt, dass sie ja auch zusammenziehen könnten - super, 78jährige pflegt 69jährigen, der nicht mehr laufen kann. Nun gut, müssen sie zusehen, wie sie ihre Probleme hinbekommen - ich werde den Papierkram weiter für die Familie machen und ansonsten sollen sie mich zufrieden lassen. Ich habe schließlich für eine Traumwohnung im letzten Jahr 4 Monate umsonst Miete gezahlt und sie dann zurückgegeben, weil eben der Onkel bei uns miteinziehen wollte, die erste Etage aufgrund seiner Gebrechlichkeit sich da jedoch von allein verbot. Mehr guten Willen für die Familie kann und will ich nicht mehr zeigen!
Auch habe ich das Gefühl, dass bei meiner Anni noch nicht alles im Lot ist. Sie einigen Wochen mehren sich wieder die Schulausfallzeiten wegen massiver Übelkeit. So fing es damals auch an. Und ich vermute nun stark, dass sie das kupferausleitende Medikament doch nicht mehr verträgt - es sind auch typische Morbus Wilson-Anzeichen wie dunkle Flecken unter der Haut, etwas aufgetriebener Bauch und eben die laufende Übelkeit da. Sie selbst hat bereits wahnsinnige Angst, dass sie wieder ins Krankenhaus muss ...
Und dann diese rheinische Kleinstadt, die mehr tot als lebendig ist ... Aber wir sitzen schon allein durch die Schule hier fest. Und ich verstehe Anni, wenn sie sagt, dass sie nur wechseln würde, wenn etwas passiert, das die Welt auf den Kopf stellt. Und diese 'Etwas' sieht in ihren Vorstellungen so aus: Mutter küsst Frosch, der wird zum englischen Lord und sagt: kommt mit auf mein Schloss ... Wobei sie allerdings das Zugeständnis machen würde, dass es nicht unbedingt England sein muss!
Tuesday, May 13. 2008
Das Pfingstwochenende ...
... ist vorbei - ich hoffe, Ihr habt es gut verlebt. Ich war eigentlich damit beschäftigt, zu hoffen, dass - wenn auch nicht der Heilige Geist - , etwas Vernunft auf einige Mitmenschen niederregnen würde. Aber ich habe heute früh keine sensationelle Meldung entdecken können wie 'Geniestreich in der Gesundheitsreform - von jedem Euro erreichen nun 90 Cent wieder Arzt und Patienten' oder 'EU stoppt Anbauvorschriften und streicht unsinnige Subventionen' oder 'die Vernunft hat die Politiker erreicht' ...
Irgendwie sollte ich mich mal von meinem Kleinkinderglauben verabschieden! Und meine Pferde mal andersrum aufzäumen ... denn: hätten die Krankenkassen nicht so einen kostspieligen Verwaltungsapparat mit hochbezahlten Vorständen, tja, wie viele Arbeitslose mehr hätten wir denn dann? Und Hunderte weniger Bürokraten in Brüssel und sonstigen EU-Verwaltungsstandorten, die hunderte Male weniger Unsinn verzapfen würden am grünen Tisch, ja, die würden sich auch in das Heer der unfreiwillig Beschäftigungslosen einreihen.
Anders sieht es da bei den vielgerühmten Managern aus, die für Entlassungen aus den Unternehmen zuständig sind um die Profitgier der Eigner zu befriedigen. Aber würde man sie entlassen, dann hätte das vermutlich wahnsinnige Auswirkungen! Die noch Beschäftigten könnten evtl. sogar mal pünktlich Feierabend machen, wenn die auf ihnen lastende Arbeit wieder auf mehr Schultern angemessen verteilt werden würde. Viel weniger Burn-out-Syndrome würden allerdings nicht die Krankenkassen entlassen, denn zum Arzt gehen die mit Arbeit eh erst, wenn sie kaum noch krabbeln können.
Da laufen im Fernsehen doch jede Menge Helfersendungen. Für Bauern werden Frauen gesucht und für sonstige Männer wohl auch. Bei der Erziehung schwieriger Kinder wird geholfen und Kochrezepte gibt es wohl im Dutzend. - Wobei ich zunächst mal mich bei den privaten Sendern bedanken möchte, die nach ihren Werbeeinblendungen nun auch akustisch melden, wenn die eigentliche Sendung weitergeht (ist wahrscheinlich für ganz doofe Zuschauer, die meinen, dass die Werbung wesentlicher Inhalt der platten Sendungen ist ...). - Wie wäre es denn mal mit 'Arbeit gesucht ...' oder 'Ideen für unser Land gesucht ...' oder 'Ich habe viel Geld und ein Unternehmen - für was habe ich eigentlich Verantwortung?' ... und so weiter und so fort und mit Sicherheit nie ins Programm aufgenommen!
Friday, May 9. 2008
Prüfungen ...
... sollte es vielleicht doch mal für die hohen Herren an grünen Tischen geben! Denn die Aufgaben in Mathematik zu den Zentralen Prüfungen mussten neu gestellt werden. Weil es da wohl doch noch einen klaren Kopf irgendwo gibt. Und der hat sogar noch rechtzeitig gemerkt, dass da reine Rätselaufgaben dabei waren. Rätsel, weil das zur Lösung erforderliche Wissen zumindest bis zur 10. Klasse noch nicht in den Schulen vermittelt wurde.
Die Deutsch-Prüfung ist durch. Und mein Kind hatte Probleme und regte sich wahnsinnig auf über den ausgewählten Text aus einem Roman, den sie kennt (ich habe 'ne kleine Leseratte ...) und über die dazu gestellten Fragen, die sich wohl wiederholten und wenig präzisse waren und zumindest bei ihr das Ergebnis hatten, dass sie gleiche Aussagen mit den unterschiedlichsten Worten wiederholte. Da war ich allerdings perplex, denn die vorherige Klassenarbeit nach dem Muster der Prüfungen - allerdings vom Deutschlehrer verfasst - hat sie mit einer '1' geschafft. Nun sind wir beide gespannt.
Ganz putzig finde ich ja nun, dass das Ergebnis der Prüfungen schriftlich mitgeteilt werden soll, die Schüler ihre Arbeiten nicht wieder sehen werden - es sei denn, sie machen sich eine dicke Notiz und fordern sie in 10 Jahren an aus dem Archiv in Köln. Allerdings ist es gerade diese Archivierung, die mir den Sinn der Zentralen Prüfungen für Gymnasiasten näher bringt. Denken wir doch mal an den gesamten Arbeitsaufwand - natürlich nicht den der Lehrer, weil: endlich haben sie mal was zu tun exakt in der Zeit, in der sie neben den Lernstandserhebungen in unteren Klassen und dem Abitur in höheren Klassen eh nur Däumchen drehen ... (ich klopf mir mal auf die Schulter, dass ich doch nicht Lehrerin geworden bin!)
Nein, an den grünen Tischen - angefangen dort, wo sich der ganze Quatsch ausgedacht wird bis hin zu denen, wo die Arbeiten archiviert werden. Und mit etwas Nachdenken komm zumindest ich zu dem Schluß, dass es sich ganz einfach um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für nicht ausgelastete Bürokraten handeln muss.
Und das ist sehr sinnvoll - weil wir doch eigentlich ganz viele Bürokraten im Staatsdienst zuviel haben müssen. Nämlich, die, die tätigkeitslos wurden durch den von der Frau Bundeskanzlerin versprochenen Bürokratieabbau (hat sie gesagt, als sie noch Frau IchwillBundeskanzlerwerden war).



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]