Wednesday, May 30. 2007
Spotten ...
... wollte ich eigentlich gestern Abend noch hier - über eine kleine Meldung in unserer Tageszeitung mit dem Inhalt, dass der Papst die Vorhölle abgeschafft hat. Jenen Ort, in den vornehmlich Kinder kamen, die noch nicht katholisch getauft wurden ... Mir blieben die Worte allerdings aus nach der Nachrichtenmeldung, dass die Eltern des an der Algarve entführten Kindes heute beim Papst sind. Und anschließend in mehrere Hauptstädte reisen werden ...
Eigentlich ruft mein Inneres hier nur ein: warum??? Wäre ein unentwegtes Suchen am Ort des Geschehens nicht eher mein Ding? Ich weiß es nicht! Aber ich weiß, dass ich sehr, sehr froh bin, nie vor solchen Fragen gestanden zu haben!
Es werden viele Kinder entführt. Nach einigen Tagen ebbt das Interesse der sogenannten Öffentlichkeit ab, man geht zur Tagesordnung über. Als sei nichts passiert ... bis zum nächsten Mal am anderen Ort mit einem anderen Kind zu einer anderen Zeit. Aber dieses Mal ist es anders. Ob das vielleicht potentielle Täter abschrecken wird? Ich glaube: leider nicht. Aber ich hoffe es!
Jedes Kind ist ein Schatz, jeder Mensch, jedes Lebewesen! Und wenn die katholische Kirche recht haben sollte und es wirklich eine Hölle gibt - was allerdings meinem Glauben widerspricht -, so mögen eben jene Menschen darin qualvoll schmoren, die anderen Lebewesen leid antun. Aber vielleicht können wir alle noch vor diesen Höllenzeiten etwas tun, damit dieses unsägliche Leid nicht mehr so oft passiert. Indem wir ganz einfach wieder mehr auf unsere Mitmenschen und unsere Mitlebewesen achten und nicht zu feige sind, Augen und Mund aufzumachen. Und unser Herz ...
Monday, May 28. 2007
nicht immer ...
... nur ernst will ich sein oder immer nur schimpfen. Ist ja eigentlich auch nicht so mein Ding. Und darum heute noch ein Eintrag. Weil es mir gerade so einfiel - als ich eine mail an einen lieben Menschen schrieb, der gerade herrliche Tage im wunderschönen Wien verbracht hat.
Und klar sind da Erinnerungen gekommen an unseren 10tägigen Urlaub dort - Anni war gerade 7 und die absolute Sissi-Genießerin ... die ihr gehörenden 3 Videos hatte sie zu ihrem Heiligtum erklärt und war wild darauf, nun alles zu sehen und auch ihre Füße dahin zu setzen wo einst auch Sissi vermeintlich gegangen war. Hinzu kam schon damals eine seltene Vorliebe für Mozart. Und der war ja auch mal in Wien. Und nun wir ...
Das erste - und wohl auch das einzige -, was ihr mißfiel, waren die nicht vorhandenen Sissi-Denkmäler. Und so maulte sie recht fix darüber, dass überall die olle Maria Theresia sich breit gemacht hätte ... ansonsten schluckte sie recht gut, dass Sissi wohl doch eher eine erdachte Figur ist und sie lernte Sisi kennen und damit das doch recht harte Leben Elisabeths (was allerdings der Sissi-Begeisterung bis heute keinen Abbruch getan hat ...). - Jedes Haus, an dem ein Täfelchen hing, dass Mozart hier mal 5 Minuten war, musste besichtigt werden; Hofburg und Schönbrunn mehrmals - und meine Füße streikten. Da ich jedoch meinem Vorsatz treu bleiben wollte, das Auto in der Tiefgarage des Hotels zu lassen, freundete ich mit mit der Wiener U-Bahn an. Dazu kam ein lieber Urlaubsfreund, der sich Zeit frei machte und uns sein Wien zeigte mit Ecken, die frau und kind ansonsten wohl kaum als Touristen entdeckt hätten. Es waren so wunderbare Tage ...
Und dann kamen wir heim und Anni wurde natürlich gefragt, wie und was besonders gewesen wäre und was ihr denn am besten gefallen hätte. Und sie strahlte und erzählte stolz: "meine Mami kann sogar U-Bahn fahren" ...
genug kommentiert ...
... habe ich eigentlich bei Mari zum Thema (und wenn ich jetzt könnte, würde ich ja "hinter Mari" den Link legen ...) Alkohol. Aber ich merke, dass mich das Thema irrsinnig beschäftigt. Weil ich fast täglich konfrontiert werde mit den Spätfolgen eines ehemals Süchtigen. Seit über 20 Jahren "trocken", fristet mein Onkel sein Rentnerleben in seiner kleinen Wohnung dahin, stets auf fremde Hilfe hingewiesen. Weil bei allen gesundheitlichen Problemen heute die Ärzte sagen: das sind Folgeerscheinungen. Da zählt nicht, dass er vor 3 Jahren böse bei Glatteis ausrutschte und ohnmächtig an der Bushaltestelle lag. Da zählt nicht, dass ein Glasstückchen vor einigen Wochen sich durch die Kopfhaut bohrte - na und, wird wohl von einer Schlägerei früher gewesen sein ... Kein Mensch redet mehr darüber, dass er ein volles Berufsleben hatte und schwer in der Gießerei geschuftet hat. Und das es dort als Arbeitserleichterung auf Kosten des Arbeitgebers in der Pause eine Flasche Bier gab. Und wem es zu heiß war, der konnte sich auch zwischendurch bedienen ... Das war der Einstieg, der "Aufstieg" waren dann häusliche Probleme. Aber er hat es geschafft, ist trocken. Aber das zählt nicht, weil eben Folgeerscheinungen so unheimlich dehnbar bequem sind ...
Ich bekomme heute die Wut, wenn ich die Plakate lesen mit den Einladungen zum Koma-Saufen und wie die ganzen Partys noch heißen. Und ich bekomme die Wut, wenn ich hier zu Karneval einen Brief des Bürgermeisters gegenzeichnen soll um damit zu bestätigen, dass ich auf den Alkoholkonsum meines Kindes achte. Statt solcher Briefe soll er sich lieber damit befassen, das in "seiner" Stadt zumindest die Jugendlichen nicht noch öffentlich animiert werden!
Aber es ist schon traurig, dass es solche Briefe mit Aufforderungen an die Eltern überhaupt geben muss! Aber zumindest die Adressaten sind richtig gewählt! Denn, sind es nicht die Eltern, die die Hauptschuld tragen, dass heute immer mehr Jugendliche und sogar schon Kinder zur Flasche greifen? Natürlich sind sie es! Es muss noch nicht mal zu Hause vorgelebt werden, dass ein Schlückchen eine Sorge nimmt (haha ...). Es ist schon die verdammte Faulheit, den Kindern kein zweites Frühstück mitzugeben, sondern eben mal schnell 'nen Euro. Dass der nicht in Alkoholika umgesetzt wird, dafür hat doch gefälligst das Verkaufspersonal zu sorgen. Und das sitzt dann so manches Mal an der Kasse, verkauft die Flaschen an einwandfrei über 18jährige und weiß genau, dass die vor der Tür wartenden 13/14jährigen die eigentlichen Konsumenten sein werden ...
Aber auch die lieben Mitmenschen, die nicht ohne Alkohol feiern möchten und dann blöde Sprüche los lassen, wenn ein "ich heute nicht" im Raum steht. Was soll das denn? Ist die Toleranzgrenze in unserer Gesellschaft so niedrig, dass nur ein trinkender Gast ein geselliger Gast ist? Oder ist unser Leben wirklich so mies, dass man es sich nur noch schön saufen kann???
Ein absolutes Alkoholverbot? O.k., dann wird mit Sicherheit wieder schwarz gebrannt ... Ich meine, das einzige, was wirklich hilft, ist mal wieder ein generelles Umdenken. Aber dazu gehört, dass wirklich jeder Mensch eine Perspektive hat und auch Vorbilder. Und hier könnte zum Beispiel die Presse jede Menge gute Arbeit leisten. Statt über hohle Püppchen seitenweise zu berichten wären da doch junge Frauen wie die, die in Indien Kindern Leprakranker ein fast normales Leben ermöglicht ...
Nein, der Kampf gegen den Alkohol ist eigentlich nur ein Stellvertreterkrieg. Statt auf immer neue Verbote zu sinnen, wären Gedanken über die Ursachen höchst willkommen. Und Ideen dazu, wie man labilen Menschen helfen kann - bevor sie zu Flasche und Co. greifen. Das Leben ist nun mal nicht ohne Probleme. Aber dass sie in den Griff zu bekommen sind, beweisen täglich Millionen von Menschen ...
Ich persönlich wäre übrigens sauer, wenn ich nicht ab und an ein gutes Glas Rotwein genießen dürfte. Oder in bester Stimmung ein Bierchen zischen könnte ... Aber das genieße ich dann ebenso wie den teuren Privatkaffee ... quasi als Privileg für besondere Stunden.
Sunday, May 27. 2007
Pfingsten
Und natürlich wünsche ich allen lieben Lesern ein frohes Pfingstfest mit ganz viel Sonnenschein und ganz viel Freude ...
Aber gehe ich mal zum Ursprung dieser Feiertage, dann komme ich ins Grübeln. Gut, die Ausschüttung des Heiligen Geistes ... Aber war die Menschheit ohne ihn nicht viel besser dran? Da braucht frau gar nicht Jahrhunderte oder Jahrtausende rückwärts blicken, nur ins Hier und ins Jetzt! Es kann ja wohl kein Zeichen Heiligen Geistes sein, wenn pünktlich zu den Feiertagen die Benzinpreise ein neue Rekordmarke brechen ...
Oder aber die lieben Streitereien in unserer werten großen Koalition. Da ist doch wohl nicht einer vom Heiligen Geist beseelt, sondern höchstens vom Wattebäuschchen getroffen oder vom Klammerbeutel - statt friedlich miteinander zum Wohl unseres Landes nach Lösungen zu suchen für dicke Probleme, wird lustig auf des Volkes Rücken Wahlkampf eine ganze Regierungsperiode lang getrieben. Lauthals werden Mindestlöhne für die gefordert, die in den eigenen Reihen zu Dumpingstundensätzen schuften müssen. Aber hier sieht frau die Verwandtschaft zu den Gewerkschaften ... oder ist frau die einzige, die eine Freundin hat, die dort bis zum Umfallen Überstunden ohne Bezahlung leisten darf?
Aber irgendwie scheint doch zumindest ein Geistchen unterwegs zu sein, das den Oberen geflüstert hat, das Volk und Völker das alles so gar nicht mögen! Denn umsonst werden ja wohl nicht die Barrikaden da oben am Heiligendamm errichtet worden sein! Wobei mir einfällt, dass es wohl zuviel erwartet wäre, wenn der Heilige Geist ausgerechnet in Heiligendamm sich niederlassen wollen würde täte ...
Meiner Pfingstmail an liebe reale und mail-Freunde habe ich ein Sätzchen voran gestellt, das mir so gut gefällt, dass ich es hier gern wiederholen möchte:
Heiligen Geistes halten.
Vielleicht kommt ja doch eines Tages jemand und erklärt, dass in keine Erbse dieser Welt ein ganzer Vogel passt ...
Saturday, May 26. 2007
Mehr fällt mir heute ...
... wohl nicht ein - wenn ich so aus dem Fenster schaue und an morgen denke ...
Wenn's
Pfingsten regnet
Oben aus dem Fahnenhaus
Guckt das schwarze Wettermännchen raus,
Spreizt die Beine und grinst uns an;
Schäme dich, alter Wettermann!
Am Ostersonntag, vor sieben Wochen,
Hast du dem Fritze fest versprochen,
Dass zu Pfingsten, im Monat Mai,
Das allerschönste Wetter sei.
Und nun regnets, liebe Not,
Alle hellen Blüten tot,
Sie liegen da wie nasser Schnee,
Auf den Wegen steht See an See;
Ja, wenn wir schon drinnen baden könnten,
Wie die Spatzen oder die Enten!
Wir dürfen aber gar nicht raus,
Sehn so mucksch wie Maulwürfe aus;
Röch nicht der Kuchen so lecker her,
Wüßt man gar nicht, dass Feiertag wär.
Nicht mal die Pfingstkleider kriegt man an;
Schäme dich, schwarzer Wettermann!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]