Tuesday, February 28. 2006
Dankbar sein ...
Noch dankbarer will ich sein. Und noch mehr will ich den Tag leben. Und die Augenblicke nicht vergessen, die einfach immer da sind! Die Augenblicke, in denen man sich eigentlich freuen sollte anstatt sie achtlos vorüber ziehen zu lassen! Die Augenblicke, die uns auffordern inne zu halten und sie zu genießen! Denn wissen wir, was uns der nächste Augenblick bringt???
Ich bin innerlich tief getroffen, was alles einer Mailfreundin in wenigen Wochen widerfahren ist. Und ich will hier so ganz kurz aus der Vorgeschichte nur erzählen, dass sie eine Frau ist, die mitten im Leben steht, wie man so schön sagt. Neben ihrer Berufung als Grundschullehrerin - und bei ihr ist die Arbeit mit Kindern Berufung! - ist sie sehr aktiv im Gemeindeleben ihrer Stadt. Und wenn Jemand Hilfe braucht, ist sie zur Stelle und hilft - oft über ihre Kräfte hinaus. Und sie hat immer wieder in den letzten Wochen nach vorn geblickt: nach der Nachricht, dass ihr erwachsener Sohn einen nur schwer operablen Hirntumor hat; nach dem Einsturz einer Wand ihres wunderschönen Fachwerkhauses; nach dem Tod ihrer Schwiegermutter ...
Und jetzt kämpft ihr Ehemann auf der Intensivstation um sein Leben, weil eine andere Autofahrerin nicht aufgepasst hat - und er sie schützen und ausweichen wollte. Und sie sagt, er muss doch Schutzengel haben, er muss es doch schaffen ...
Ich habe es mir hier von der Seele schreiben dürfen - und die Kerze der Hoffnung hier habe ich nun "verstärkt" mit einer großen weißen Kerze in meinem Wohnzimmer, so dass ich sie von hier aus sehen kann.
Aber ich möchte mir hier auch von der Seele schreiben den Ruf an Euch alle: passt auf Euch auf. Und schenkt jedem Augenblick in Eurem Leben DIE Bedeutung, die er wirklich verdient - er ist immer wieder einmalig und kehrt nie zurück! Und niemand von uns weiß, was der nächste Augenblick bringen wird ....
Bitte passt auf Euch auf!!!
Ulrike
Friday, February 24. 2006
Kleine Frau
Kämm deiner Tochter das Haar, bis sie zwölf ist; bewache sie bis sie sechzehn ist; nach sechzehn sag danke jedem, der sie heiraten will. |
- Sprichwort aus Tschechien - |
Nur bis 16 ??? Also, ich weiß ja nicht ... meine Tochter ist nun gute 14 Jahre jung. Und sie hat gerade im letzten Jahr soooooo einen Sprung gemacht - eben den vom Kind zum Teenager, der schon keck die kleine Frau blicken lässt. Und es hat der große Balance-Akt begonnen, den jede Mutter kennt. Nich nur die Tochter-Mutter, nein, da bin ich sicher, auch Sohn-Mutter beäugt die ersten Schritte auf das andere Geschlecht hin mit argwöhnischen Augen.
Es ist auf jeden Fall die Zeit, einige eigene Verhaltensweisen umzustellen. Dazu gehört sicherlich, dass nun die Warnung bei kindlichen "Vergehen" einfach nicht mehr lauten darf: "wenn du jetzt nicht artig bist, verkaufe ich dich auf dem Markt. Und zwar 100 Gramm-weise ..." Denn da lacht sie sich mittlerweile drüber kaputt. Und das verstehe ich auch. Und ich weiß ja auch, dass sie das nie ernst genommen hat. Ihr "Mami, dazu hast du mich doch viel zu lieb" klingt mir nämlich noch in den Ohren.
Aufgeklärt ist sie bestens. Spätestens seit ihrem Deutsch-Referat zu Schwangerschaft und Abbruch ... Da kam sie mit lauter Büchern nach Hause, ich glaube, 4 oder 6 Stück waren es. In der festen Überzeugung, ich könne ihr da nichts Neues mehr erzählen, war meine kleine Madame in eine gynäkologische Praxis gegangen - mit der Bestätigung ihrer Deutschlehrerin zu dem Referatsinhalt. Und war auf eine sehr nette Ärztin getroffen, die sich sage und schreibe 2 Stunden für sie Zeit genommen und dann mit der Literatur versorgt hatte!
Und doch bereitet mir der Wunsch, morgen über Nacht bei einem Kumpel zu bleiben, einfach Bauchweh! Klar, er hat auch schon bei uns geschlafen. Aaaaaaber - das war ja auch hier! Und er - ganz klar - in ihrem Zimmer und sie in meinem ... Und nun??? Sage ich nein, so heißt es, ich vertraue ihr nicht - sage ich ja, so schlafe ich nicht ...
Und ich vertraue ihr! Würde ich nicht mit einem Nein mich selbst absolut in Frage stellen? Eigentlich muß ich doch froh sein, dass sie frank und frei kommt und sagt, wir wollen DVDs schauen, mal schauen wie lange, aber du brauchst keine Angst zu haben, du kannst mir voll vertrauen ...
Ja, ich vertraue ihr! Denn ohne Vertrauen kann es nicht gehen zwischen uns. Es gibt für ein Kind so viele Gelegenheiten, mal an den von den Eltern gesetzten Grenzen sich vorbei zu schummeln. Ich musste es bisher nicht einmal erleben! Aber bitte jetzt nicht denken, was für ein Super-Kind ... nein, natürlich hat sie versucht, die Grenzen zu überschreiten! Aber sie hat es sofort eingestanden. Und das rechne ich ihr sehr hoch an! Und ich bin sehr dankbar dafür, dass sie stets voller Vertrauen kam und sagte: ich habe Mist gebaut ...
Und schließlich ist da ihr grenzenloser Ehrgeiz. Sie hat Ziele ... es nagt an ihr, dass sie momentan nicht so kann wie sie möchte, weil da dieses kleine Loch in der Wand des Herzvorhofes ihr Grenzen setzte und in ihren Augen sie in der Schule enorm nach hinten warf durch viele Fehltage. Wir sprachen vorgestern lange darüber und gestern - immer bis tief in die Nacht hinein. Und irgendwann sagte sie, dass sie auf jeden Fall die Operation wolle, weil ja da noch aussteht, dass sie unbedingt wieder den Reitsport aufnehmen wolle, denn wie anders solle sie schließlich die Goldmedaille für Sachsen gewinnen wenn nicht im Dressurreiten ...??? Und da vorher eine Schwangerschaft riskieren - nein, da würde sie mir vorher Bescheid sagen, von wegen Pille und so. Denn sie wolle ja ihr Leben ja gestalten!
Zum Glück haben sich ihre Pläne geändert. Denn mit 7 sahen sie noch so aus:
Schule - Fensterputzer werden - Kind - Goldmedaille - Abitur - Heirat! Und jetzt: Abitur - Goldmedaille - Tiermedizin - Heirat - Kinder ...
Da kann ich doch eigentlich ganz beruhigt sein, oder?
Und jetzt gehe ich ins Bett - denn die nächste Nacht werde ich kaum schlafen können ...
Einen lieben mütterlichen Gruß von Ulrike
Wednesday, February 22. 2006
Nebentätigkeit
Ich bleib noch mal beim Bügeln! Oder besser: bei einem absoluten MUSS - um diese stupide Tätigkeit einigermaßen erträglich zu machen. Bei einer Nebentätigkeit, die so wichtig ist wie das Bügeln selber ... klar, ich meine den Fernseher!
An und für sich gefällt mir mein Gerät ja. Und der Kabelanbieter ist auch o.k. Schließlich ist er ja sogar so nett und lässt mich ins Internet. Und er kann ja auch nichts dafür ...
Als absoluter Nicht-Sport-Fan schaltete ich gestern also fein mal hier hin, mal da hin. Und hätte das Bügeln mich nicht schon gefrustet - spätestens die Werbefilmchen hätten es getan! Zum Teil muss es in deutschen Haushalten ja wirklich einfach nur idegitt aussehen! Sooo schlimm, dass man nur noch mit einem bestimmten Spray Schimmel aus den Ecken und den Siff aus Mülleimer, Schuhen und Co. heraus bekommt. Und gleich anschließend das nächste Spray, das verdreckte Ohren reinigt ... ich habe gleich nach geschaut, weder mein Mülleimer noch meine Ohren sehen so eklig aus. Auch nicht mit Brille!
Aber dann ... jeder kennt diesen Mann, der in einem kleinen Kurort in der Nähe des Starnberger Sees ermittelt. Mal abgesehen davon, dass ich da nie mehr hin fahre, damit ich nicht das nächste Mordopfer in dieser zauberhaften kleinen Stadt werde - nee, nun nimmt sich dieser Mann auch noch meiner Gesundheit an. Mit einem Salz, auf das schon meine Großmutter geschworen hat. Und wenn ich nun mal so an meine Omi zurück denke: oh ja, sie hatte einen recht ordentlichen Umfang - als Kind langten meine Arme da nicht rum! Und nun die Werbung - ob das an dem Salz gelegen hat bei meiner Omi???
Bei dem Mann? Nee, ich glaube nicht. Ihn habe ich mal auf dem Flughafen in München erlebtl. Aber die Weißwürste waren auch wirklich lecker, die wir bekamen, weil die Maschine horrende Verspätung hatte - schade, dass ich schon nach der dritten so satt war. Und so überlege ich seit gestern, ob das Salz ihn sooo hungrig machte? Ich werde es auf keinen Fall ausprobieren!!!
Auch die Sprays werde ich nicht kaufen und Mülleimer, Schuhe und Ohren weiter so sauber machen wíe ich es gewöhnt bin.
Aber ich werde mir öfter Werbesendungen ansehen - damit ich immer weiß, was ich nicht kaufen darf ...
Einen schönen Resttag ohne jeden Kaufrausch wünscht
Ulrike
Tuesday, February 21. 2006
Pause ...
... schon seit mehr als einer Stunde. Es ist nämlich eine Bügelpause!!! Gibt es eigentlich irgendeine Beschäftigung im Haushalt, die langweiliger, dämlicher und sonst was ist??? Ich hasse das Bügeln noch mehr als den Regen, der einfach so gegen meine frisch geputzten Fenster klatscht.
O.k., ich habe eine Bekannte, die findet das Kochen einfach nervtötend. Oft stundenlanges in-der-Küche-Stehen. Und nach einer Viertelstunde ist alles gegessen. Aber da meine ich, da hat man doch die Freude am Essen!? Nett angerichtete Schinken- oder Käseplatten erfreuen doch z. B. auch das Auge! Und auch die Augen der Gäste. Aber bitte, wer stellt sich vor seinen Schrank und freut sich, dass die Bettwäsche gebügelt ist??? Oder geht vielleicht doch Jemand mit seinen Gästen zum Schrank, damit deren Augen sich an der glatten Wäsche erfreuen können???
Oh nee, ein doofes Thema - ein echtes Frust-Thema! Aber ich gestehe, die Vorstellung, dass ich demnächst vielleicht doch mal Gästen meine gebügelte Wäsche vorführen könnte, erheitert mich! Bei meiner bildhaften Fantasie sehe ich so manch verdutztes Gesicht vor mir - und dann werden sie nach Hause gehen und denken: nun ist sie aber wirklich völlig abgedreht ...
Gut, wenn sie das denken würden, dann waren es nicht die wirklichen Gäste für mich! Denn so mancher würde sich wahrscheinlich quer über's Bett werfen, sich kaputt lachen und sagen: super gemacht, will ich auch haben - warte, ich bringe dir meine Bügelwäsche auch! Aber das wäre ja dann wieder für mich der Zeitpunkt, zu dem ich ernsthaft über das Auswandern nachdenken müsste - in ein Land ohne Bügeleisen ...
In den "Sinnsprüchen" von Anton Korduan habe ich den Spruch eines unbekannten Verfassers gelesen, der mir sehr, sehr gut gefällt und den ich ganz einfach für mich vereinnahmen möchte:
Ihr lacht über mich, weil ich anders bin -
ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid!
Ich bin gern etwas anders. Aber das hängt nicht unbedingt mit der Bügelei zusammen! Denn in dieser Unlust weiß ich mich nicht alleine .....
Und jetzt bügele ich weiter! Wünsche aber vorher noch ganz lieb einen schönen Resttag!
Ulrike
Monday, February 20. 2006
Wirkliche Unterschiede?
Bevor es heute los geht: in einem kleinen Nachbardorf ist der Wintergarten eines Einfamilienhauses abgebrannt ... also: nix mit grande Katastrophe - zum Glück!
Wolfgang's Kommentar hat mich in einem Punkt tiefer berührt: ja, die Kopflosigkeit wäre auch in jedem anderen Bundesland perfekt gewesen!!! Wäre es nicht Rügen gewesen, sondern eine Nordseeinsel - auch ich bin überzeugt, dass dort die zuständigen Landräte ähnlich reagiert hätten! Da ist kein Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern ... wie ein Nachdenken über eventuell bestehende tatsächliche Unterschiede in meinen Augen absolut müßig ist!
Ich selbst bin gebürtige Hannoveranerin - habe übrigens trotzdem keine krummen Beine (das will ich nur mal festhalten von wegen Vorurteilen ...). 1973 wurde ich in die Aachener Ecke versetzt, also nach Nordrhein-Westfalen. Es war ein Kulturschock!!!
Denn es war Karnevalszeit - wie jetzt. Die ersten Kreditanträge bekam ich von meinem seriösen Herrn Bankdirektor am Karnevalsfreitag auf Bierdeckeln auf den Schreibtisch mehr geworfen als gelegt. Kleine Überziehungskredite - um im Karneval mal eben eine Lokalrunde zu geben ... Unvorstellbar? Für mich bis zu dem Tag auf jeden Fall! Im Laufe der Jahre nahm dies zwar etwas ab. Aber noch heute verschließt sich mein Verstand, wenn ich an die horrenden Kosten denke, die die Menschen dort aus "Spass an der Freud" auf sich nehmen, nur um zum Beispiel im Rosenmontagszug Bonbons und Kleinigkeiten in die Zuschauermengen zu werfen. Von den Kosten für Prinz und Co. schweige ich lieber!
Meine Schwestern, knapp 17 Jahre jünger als ich, wuchsen in das Karnevalstreiben rein. Und bei meiner Tochter bin ich fest überzeugt, dass sie direkt irgendwas nach der Geburt bekommen hat - sie ist ein echter Jeck. Schon mit knappen 5 Jahren beschwerte sie sich, dass der Zug sooooo kurz war und sie nur knapp 20 Kilometer durch die Gegend laufen durfte ... und Karneval im Fernsehen findet sie - wie ich - einfach nur doof. Aber sie hadert doch jedes Jahr mit dem sächsischen Kultusminister, dass er die Winterferien nicht so legt, dass sie wieder mal mit im "Zug" laufen kann. - Ich bin ihm übrigens dankbar dafür!
Alles, was ich damit sagen möchte: es gibt Unterschiede zwischen den Bundesländern!!! Zwischen Meck.-Pomm und Bayern und zwischen Niedersachsen und Nordrh.-Westfalen und zwischen .... und so weiter und so fort. Und überall wohnen Menschen: große und kleine, schlaue und dumme, dicke und dünne, Optimisten und Pessimisten ... aber letztlich alles Menschen, oder?
Und die Vogelgrippe - natürlich hat Wolfgang da vollkommen recht. Sie wird sich trotz Iso-Matten und ähnlichem ausbreiten. Und die Panik wird zunehmen - wie bei allen Sachen, die nicht überschaubar, nicht beherrschbar sind. Schon fast eine Urangst der Menschen, dass etwas kommt, was sie nicht greifen können! Und dann gerade durch Vögel ... erinnern wir uns doch einfach mal Hitchcock's genialen Film! Meisterhaft in Szene gesetzt - die Angst vor dem plötzlich aus dem Nichts entstehenden Angriff ...
Nun Schluss mit düsteren Gedanken! Das Wetter war düster genug heute! Aber es wird morgen ein neues geben! So wie jeder Tag etwas Neues gibt - machen wir doch einfach etwas Gutes daraus!
Einen guten Abend wünscht Ulrike



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]