Monday, May 7. 2012
Warum eigentlich nicht mal einen dicken Schlussstrich?
Verflucht, keiner da. Das soll ja wohl ein Witz sein, dass die Firma Guckmalschön keine neuen Geräte mehr produzieren kann, weil sie kein Geld mehr hat. Angeblich ist der Schuldenerlass Schuld dran, dass die Kassen leer sind. Altes Geld kommt nicht mehr rein, viel neues Geld haben nur wenige. Und die horten das auf den Bahamas oder im Bermuda-Dreieck und kaufen sich dort eine neue Strohhütte nach der anderen. Für wenige Muscheln, die dort jetzt das Geld ersetzen und wie Sand am Meer zu finden sind.
Nun gut, der alte Fernseher tut es ja auch noch zur Not ein paar Tage. Nur bleibt die Flimmerkiste dunkel. Warum weiß keiner, weil es keine Nachrichten gibt. Aber es wird gemunkelt, dass die Sender kein Geld mehr haben und sich weder Reporter noch Sprecher noch sonst was leisten können. Aber irgendwie ist das auch egal, weil eh kein Strom mehr aus der Steckdose kommt. Da haben die unverantwortlichen Energieleute in der Vergangenheit wie wild produziert und überall hin geliefert. Warum haben die eigentlich nicht auf Vorkasse bestanden? Jetzt haben wir alle es dunkel, weil kein Geld mehr für die neue Produktion da ist. Windkrafträder laufen zwar noch hier und da, aber deren Inhaber geben ihren Strom auch nicht mehr an die Energieriesen, weil die eben nicht zahlen können.
Wasser kommt als Drecksbrühe aus dem Hahn, weil die Klärwerke ihren Geist aufgegeben haben. Der Bauer hortet seine Ernte zum Eigenbedarf und so weiter ... gut, nicht? Chaos, die Welt kommt zu dir? Sicherlich wäre es nicht schlecht, mal einiges nicht zu bekommen. Damit wir endlich schätzen lernen, was wir haben. Und zum Beispiel endlich aufhören, Lebensmittel leichtfertig zu entsorgen. Aber so weit wird es nicht kommen, weil ja uns in unserem unmittelbaren Nachbarland künftig vorgemacht werden soll, wie man aus Schulden bessere Schulden machen kann, indem Schulden ausgegeben werden. Nicht verstanden? Ich auch nicht, aber wir werden es schon sehen, wie der Herr Hollerdieboller oder so ähnlich es machen wird. Denn Wahlversprechen müssen ja wohl eingelöst werden. Oder nicht? Ich meine, man kann sie auch schön zerreden und den Leuten klar machen, was man erreicht hat, weil man sie nicht eingelöst hat. Da ist im Moment eine Dame hier in NRW ganz toll drin. Kann frau viel von lernen! Doch am besten gefällt mir die Auffassung im Land mit der hohen Geschichte und den vielen Tempeln: keine Schulden mehr, komplettes Löschen alter Zusagen und keine Einnahmen mehr aus der Rieseneinnahmequelle Tourismus (weil Flugzeuge ja nicht mehr kommen können, denn die haben ja kein Geld für Kerosin, s.o.).
Auf ins Bermuda-Dreieck: dort im Moment verschollen zu sein, muss das Paradies auf Erden sein!
Heute ist alles Politik und hängt mit ihr zusammen, von dem Leder anunserer Schuhsohle bis zum obersten Ziegel am Dache; und der Rauch, der
aus dem Schornstein steigt, ist Politik und hängt in verfänglichen
Wolken über Hütten und Palästen, treibt hin und her über Städten und
Dörfern. Gottfried Keller
Thursday, May 3. 2012
Bonn aus neuer Sicht ...
Nun waren wir am Montag zum dritten Mal dort - und setzten unsere Erkundungen fort. Eine kleine Liste von 'da müssen wir unbedingt hin' haben wir schon. Und wir wissen schon, wo wir wieder hin wollen. Nämlich mitten hinein in dieses pulsierende Leben einer zwar alten, aber sehr modernen Stadt! Vielleicht ist es gerade dieser gekonnte Mix aus historischen Gebäuden und sich harmonisch einfügenden Neubauten, der mir so gefällt. Wobei das nicht so gravierend wäre, wenn da nicht auch diese Geschäftsvielfalt wäre. Klar sorgt sich hier auch H und M um die modische Jugend und die Burgerbulette gibt es auch. Aber alles in einem feinen Mix mit privaten Einzelhandelsgeschäften. Sogar eine große freie Buchhandlung gibt es und ein tolles Teegeschäft (gehört zwar auch zu einer Kette, aber einer guten ohne Discountwillen).
Nach dem befreienden Termin in der Uni-Klinik fuhren wir also in die Innenstadt - auf einen Kaffee im Sonnenschein und einen kleinen Bummel durch buntes und hier so vermisstes städtisches Treiben. Unsere absolute Wunschvorstellung, den Besuch der Romy Schneider-Ausstellung hatten wir schon dank inet am Sonntag begraben: das Museum öffnet montags nicht ... Am Markt angekommen, fanden wir uns auf einem Handwerkermarkt, mittelalterlich angehaucht, wieder. Wunderschöne Sachen gab es: Glückwunschkarten aus Holz, richtiges Kinderholzspielzeug, Silberschmuck und vieles, vieles, was einfach nur gefiel. Eine Straße weiter fanden wir ein Café mit Tischen unter großen Bäumen. Das war es! Wir setzten uns und beobachteten. Irgendwann kamen wir auch auf die Menschen in Bonn zu sprechen. Abgesehen davon, dass sehr viele in der Stadt unterwegs sind: sie reden miteinander! Sie schauen dir in die Augen im Vorübergehen, sie lächeln ... Weder in diesem kleinen stadtähnlichen Gebilde kurz vor Aachen noch in Aachen selbst ist mir das aufgefallen. Hier hasten wenige Menschen durch überdimensionierte leere Fußgängerzonen, in Aachen wird man überrannt von hektischen Einwohnern und lauten Touristen.
Kurz und gut: ich habe mich in Bonn 'verliebt' - nicht nur, weil sogar noch das Hutgeschäft von damals existiert ...
Wednesday, May 2. 2012
Bonn ...
Ich hatte ja den Termin am Donnerstag auf Annis Wunsch absagen müssen, weil ein Nachschreiben der letzten Abi-Klausur aus Krankheitsgründen nicht möglich war (keine Ahnung, ob das stimmt ...). Nun denn, am Montag waren wir pünktlich da und scheiterten erst mal wieder an Frau "Wichtig" in der Anmeldung. Ich bin inzwischen fest überzeugt, dass sie überzeugt ist, dass das Uni-Klinikum Bonn im Morast versinken würde, wäre sie nicht da ... Menschen dieser Art gehe ich gern aus dem Weg, was hier ja nun mal nicht geht. Aber wir schafften es! Es blieb die Befürchtung, dass durch ihre Wichtigkeit und ihre Spekulationen, was der Professor gleich machen würde, ein Notfall eingeliefert würde und so weiter ... denn der Professor suchte uns bereits ! Als ich sie darauf aufmerksam machte, hörte sie es auch auf dem Flur ^^
Dann kamen wir in ein kleines, etwas chaotisch wirkendes Sprechzimmer zu einem Menschen, der sich nicht mit seinem PC beschäftigte, sondern mit Anni ! Und mittendrin die Frage: wie ist denn die Abi-Klausur gelaufen? Und an mich: warum steht hier "Verdacht auf Morbus Wilson? Warum ist die Diagnose nicht gesichert?" "hmmm, tja, ich war bis zu unserem ersten Besuch bei ihrem Kollegen der Ansicht, es sei gesichert. Keine Ahnung ..." Er las sich den Bericht der Uni-Klinik Aachen durch - und meinte, das wohl eher der geschätzte Kollege keine Ahnung hätte, da das Ergebnis der Leberbiopsie eindeutig sei - dass die Genuntersuchung keine Einordnung in die bekannten Mutationen erbracht hatte, sei kein Wunder und bei bisher an die 1000 bekannten Mutationen sei es durchaus denkbar, dass Anni eine eigene Mutation hätte ... Also: Morbus Wilson-Diagnose gesichert und Aufatmen, weil die Ungewissheit wie weggeblasen schien !
Die häufigen Erkrankungen und die Müdigkeit und der relativ instabile Gemeinzustand? "Ist doch laut ihrem Kollegen Sache des Hausarztes ..." "Auch hier irrt der Kollege ..." Nächstes Aufatmen - und genaueste Befragung von Anni und ganz klar "Nebenwirkungen des Penicillamins (Mutter, dein Bauchgefühl hat doch recht !) - also Wechsel hin zu Trientine "Beginnen WIR den Kampf darum?" Meine Antwort konnte nur "ja" lauten ... und dann seine Erläuterungen: in der Regel wird das Mittel von den Krankenkassen drei- bis viermal abgelehnt und dann kurz vor Prozessbeginn "knicken die ein" ... Hintergrund: Trientine ist ein im angelsächsischen Raum eingesetztes Mittel mit deutlich weniger Nebenwirkungen, das aber in Deutschland nicht zugelassen ist. Bisher sagten die Ärzte, dass das Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei, der Professor sagte: "der Herstellerfirma sind die Zulassungskosten in Deutschland zu hoch bei den wenigen Erkrankten ..." Ich glaube ihm !
Wie sehr man mit Morbus Wilson hadert, zeigte auch der kleine Vortrag zum eigenmächtigen Absetzen des Penicillamins. Die Todesrate liegt hier innerhalb von 2 Jahren bei 100 % - weil das Mittel vermutlich nicht so wirkt wie bisher gedacht. Es bindet wohl das Kupfer nicht komplett und bringt es zur Ausscheidung, sondern es scheint auch eine Einlagerung in "nicht genutzten" Leberteilen zu geben. Wird es dann abgesetzt, werden diese Einlagerungen komplett frei gesetzt und führen zu Leberschädigungen, die auch deren Umfeld betreffen, so dass auch eine Transplantation dann nicht mehr helfen kann ... Also seine Frage an Anni: hast du da vor einer Woche mal ein paar Tage die Einnahme wirklich nicht vergessen? Nein ! Mein Hinweis, dass sie bei der Einstellung auf das nach Körpergewicht dosierte Penicillamin ca. 10 kg zugenommen habe, brachte einen Aha-Effekt. Trotzdem keine Erhöhung, weil dann die angestrebte Umstellung auf Trientine noch schwieriger werden würde. Ich glaube ihm. Und gerate bei der nächsten Gelbfärbung nicht in Panik. Weil mein Bauchgefühl mir sagt, dass mein Kind jetzt in den richtigen ärztlichen Händen ist - und auch dort bleiben wird, weil "Sie sind jetzt meine Patienten ..." Nächster Termin im Juli ... engmaschiger, um die Nebenwirkungen besser zu beobachten ! Gefällt mir ... beruhigt mich.
Wir hatten einen wunderbar entspannten Nachmittag in dem bezaubernden Städtchen Bonn ...
Sunday, April 29. 2012
Chatten ...
Kaum online, schon wird frau angeschrieben. Unter dem Deckmantel 'wie geht es dir?' werden dann die eigenen Probleme dargelegt, ohne jede Rücksicht, was der Ansprechpartner eigentlich selbst gerade online will. Ich habe skype daher schon vor längerer Zeit deaktiviert und öffne nur noch, wenn ich selbst etwas möchte. Gleiches werde ich jetzt mit dem chat von facebook machen.
Zugegeben, ich bin im Moment kein geduldiger Zuhörer und bin oft am PC, einfach um mich abzulenken. Aber bitte nicht mit den Problemen fremder Leute. Ja, ich bin Personalrechtlerin - aber berechtigt das, eigentlich wildfremde Menschen, mich auszuquetschen? Anwälte kösten Geld - aber im chat kann man ja mal eben problemlos Ulrike fragen? Marketingkonzepte muss man auch woanders für viel Geld erwerben und ich habe keine Lust, zu jeder noch so kleinkindhaften Geschäftsidee meinen Senf dazu zugeben! Hätte ich DIE Geschäftsidee - oh, was ginge es mir gut ^^
Dann noch die menschlichen Probleme! Oft sehr traurig und klar habe ich meine positive Grundeinstellung weiterhin. Aber ich habe momentan nicht die Kraft, drei oder vier eigentlich liebe Menschen aufzurichten. Zumal alle wissen, dass ich selbst momentan wieder von Angst beherrscht werde - von der Angst vor Morbus Wilson. Unvermutet hat die Krankheit wieder ihre widerlichen Finger ausgestreckt nach meiner Anni und wir müssen morgen vollkommen außerplanmäßig in die Uniklinik Bonn. Da war Anfang der Woche diese leichte Gelbfärbung im Auge und auch die Haut fing an, gelblich zu schimmern. Direkt am nächsten Tag sollten wir unbedingt kommen. Auf eigenes Risiko ist es auf morgen verschoben - das Abi wäre sonst gelaufen gewesen, da die letzte schriftliche Abi-Klausur anstand und Anni die unbedingt schreiben wollte (was ich auch verstehen kann). Und vor diesem Hintergrund soll ich noch die Kraft haben, anderen Mut zuzusprechen? Ich mag nicht mehr! Weil mir auch keiner zuhört. Ich will ja nicht klagen, aber ich will mich ablenken - mit small talks und auch mal mit Gesprächen über dies und das. Zum Glück gibt es aber auch solche Menschen im chat - da kann frau über Bücher, Weltanschauungen und den ganzen Rest der Welt reden. Und auch stänkern und auch mal unsinnig sein. Das mag ich. Gibt es denn nicht gerade in persönlichen etwas schiefen Lagen sehr wichtige Themen??? Doch - es muss doch zu ergründen sein, warum Pinguine keine Pudelmützen tragen! Auch die Bedeutung von Granny Smith in der ersten Voreiszeit ist so manche Diskussion wert. Finde ich! ^^
Im inet ist es eigentlich fast wie im richtigen Leben - etwas Rücksichtnahme auf andere Menschen schadet weder hier noch dort ...
Friday, April 6. 2012
Empörung ...
... an allen Orten über unseren Nobelpreisträgerschriftstellermitmenschen Grass. Sein neuestes Werk gibt Anlass zu Kritik von (fast) jeder Seite. Wie so vieles andere verstehe ich das nicht so ganz. Weil ich ganz einfach der Meinung bin, dass trotz der nie gutzumachenden Gräueltaten einer Generation des deutschen Volkes (der allerdings Grass noch fast angehört) es Zeit wird, das sich Israel in die ganz normale Welt einordnet. Und dazu gehört für mich halt auch, dass auch dieses Land seinen Umgang mit dem unglückseligen Atom kontrollieren lassen muss. Ungeachtet der fatalen Situation, dass die Nachbarstaaten und ganz besonders der Iran diesem kleinen, tapferen Land immensen Schaden zufügen wollen und auch schon tun. Gerade deshalb aber sollte es sich doch in eine Staatengemeinschaft einfügen und nicht stets und überall auf Sonderrechten bestehen.
Und man sollte endlich aufhören, Israel und Juden gleichzusetzen. Überall auf der Welt leben Juden. Das ist gut. Weil für mich ein Jude einer bestimmten Religion angehört und nicht einem bestimmten Land. Aus dieser - vielleicht sogar falschen - Sichtweise ergibt sich für mich, dass Israel ein Staat ist, dessen Bewohner in der Überzahl dem jüdischen Glauben angehören. So wie halt in Deutschland der christliche, in Großbritannien der angelikanische, in Russland der orthodoxe und im Iran der islamische Glaube vorherrschend ist. Ich hatte bei anderer Gelegenheit schon mal geschrieben, dass ich für eine strikte Trennung von Staat und Kirche bin. Warum soll ich diesen Gedanken bei einem anderen Land als meinem Land aufgeben? Zumal sich diese Einstellung noch verfestigt hat, seit die katholische Kirche als Kinderschänder verurteilte Priester weiter beschäftigt - anstatt sie im finstersten Kloster weg zuschließen (geschiedene Mitarbeiter werden aber nicht weiter beschäftigt ...).
Fakt für mich ist, dass das relativ junge Land Israel irgendwie befriedet werden muss, damit seine Einwohner, egal welchen Glaubens, auch friedlich dort leben können! Gleiches gilt allerdings auch für Palästina!
Herr Grass hat sich weit aus dem Fenster gelehnt. Zu weit, weil er ein Deutscher ist? Wäre die Empörung auch so groß, hätte z. B. ein H. Mankell ähnliches geschrieben? (schlechtes Beispiel, ist ja kein Nobelpreisträger der Herr Mankell ...) Ich wünsche mir in der ganzen Sache eine sachlichere Diskussion anstatt der hohlen Phrasen vom Antisemitismus. So wie unsere Regierung stets und ständig kritisiert wird oder die englische oder irgendeine andere, so muss sich dies auch die israelische wohl gefallen lassen. Wenn nicht, dann wird leider nie eine Normalität in den Beziehungen zu anderen Staaten, gleich welcher Coleur, eintreten können. Was ich sehr, sehr schlimm finden würde ...



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]